Ausstellungen: Hamburg · von Hajo Schiff · S. 284
Ausstellungen: Hamburg , 2003

HAJO SCHIFF

ZHANG HUAN

Kunstverein Hamburg, 30.11.2002 – 2.2.2003
Museum Bochum, 5.4. – 15.6.2003

Nackte Menschen, die mit dem Einsatz ihrer Körper einen Berg um einige Meter erhöhen, Wanderarbeiter, die bis zur Brust im Wasser stehen und so durch bloße Anwesenheit den Pegel eines Fischbeckens erhöhen, das Zerreißen einer Babypuppe mit blutrot besudelten Körper: Kunst aus China kann völlig anders aussehen, als die gefällige Malerei, die Regierungsstellen gerne exportieren, beispielsweise im Herbst 2002 zu den Hamburger Shanghai-Tagen. Ein chinesischer Künstler der systemkritischen und in ihren ebenso illegalen, wie unbegrenzten Aktionen oft sehr brutal anmutenden Off-Szene ist Zhang Huan. Die Arbeit des einst zur am Rande einer Müllkippe angesiedelten Gruppe „Beijing East Village“ gehörenden Performers, der erstmals in Deutschland 1995 auf der Erfurter „Configura“ zu sehen war, zeigt jetzt der Kunstverein in Hamburg. Damit richtet Direktor Yilmaz Dziewior das Interesse erneut auf einen Künstler, den er schon 1999 in die von ihm mitkuratierte Ausstellung „Kunst-Welten im Dialog“ im Kölner Museum Ludwig aufgenommen hatte. Doch einen Performer auszustellen ist immer etwas schwierig, denn eine solche Präsentation muss notwendig zwischen Fotokunst und der bloßen Dokumentation von Auftritten schwanken – das Gezeigte ist aber nicht das Werk, sondern die abwesende Aktion mit ihrer besonderen Intensität, die dahinter steht.

Nach den Ereignissen auf dem Tienanmen-Platz 1989 herrschte in China ein Klima der Unterdrückung durch die Ordnungsmacht. So konnten die Performances der frühen 90er Jahre nur in kleinen Freiräumen am Rande Beijings realisiert werden. Sie waren nur einem kleinen Kreis bekannt und schon gar nicht als Kunst anerkannt. Diese Inszenierungen…

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