Band 245, 2017, Titel: Kunst lernen?, S. 160

Rhode Island School of Design, Providence

Critical Making

von Stephanie Dieckvoss

Die Rhode Island School of Art and Design, kurz RISD genannt, was phonetisch /ˈrɪzdiː/ ausgesprochen wird, ist ohne Zweifel eine der führenden Kunst- und Designhochschulen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das mag zunächst nicht überraschen. Die etablierte private Hochschule kann mit vielen illustren Absolventen, die in den verschiedensten Bereichen der Bildenden Kunst, wie auch in Film und Design zu den führenden Künstlern und Kreativen in ihrem Bereich zählen, auf eine lange Geschichte zurückblicken: von Jenny Holzer zu Roni Horn zu Do-Ho Suh, von Kara Walker zu Andrea Zittel, oder auch von Gus van Sant zu James Franco. Die Liste kann weder vollständig noch umfassend sein, zeigt aber, dass die Hochschule Talente fördert, die es weit bringen, wie man so sagt. RISD verfügt laut eigener Auskunft über die größte Anzahl an MacArthur „genius“ Mitgliedern und Fullbright Stipendiaten für eine Kunsthochschule in den USA. Auch Airbnb wurde von zwei RISD Absolventen gegründet; so die Präsidentin der Hochschule.1 So verwundert es auch nicht, dass RISD regelmäßig an der Spitze der globalen Universitätsrankings im Bereich Kunst und Design liegt. Es verwundert vielleicht auch nicht, wenn man sieht, dass die Studiengebühren pro Jahr im Bachelorbereich für 2016 – 2017 bei 47.110 US Dollar liegen. Wie die meisten bekannten Kunsthochschulen in den Vereinigten Staaten handelt es sich bei RISD um eine private Institution. In einem grünen, innerstädtischen Campus gelegen, bietet sie zurzeit 16 Abschlüsse im Bachelor und 18 im Masterbereich an. Ungefähr 450 Lehrende (halb Teilzeit-, halb Vollzeitangestellte) unterrichten 2.000 Studenten im Bachelor und ungefähr 500 Studenten im Master. Soweit die Fakten.  

Die Relevanz kritischen Tuns

Wo es spannend wird, ist, wenn man genauer hinsieht, wie sich die Kunsthochschule, die Studenten aus 57 Ländern betreut, im internationalen Wettbewerb positioniert. Internationale Studenten machen 31% der Hochschule aus. Zum einen hat die Hochschule klare Leitfäden, die von den Gründern eingeführt wurden und heute noch gelten: RISD ist eine Lehranstalt zur Ausbildung von „artisans“, heutzutage würde man Designern sagen, sowie von Künstlern. Aber auch die Förderung der Kunstvermittlung der breiteren Öffentlichkeit durch Vorlesungen und Ausstellungen ist Teil der Mission. Ziel insgesamt ist die Förderung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft.2  

Lesen Sie diesen und alle weiteren Artikel der Ausgabe sowie alle Inhalte der bisher 247 erschienen Bände im KUNSTFORUM Probe-Abo. Mehr erfahren

Wenn Sie bereits Abonnent sind, loggen Sie sich hier ein: Anmelden

Autor
Stephanie Dieckvoss

weitere Artikel von ...

Wichtige Personen in diesem Artikel
Rosanne Somerson

* 1954, Philadelphia, Verein. Staaten

weitere Artikel zu ...