Ausstellungen: Köln · von Jürgen Kisters · S. 314
Ausstellungen: Köln , 2003

JÜRGEN KISTERS

A.R. Penck

Galerie Werner, Köln, 24.1. – 1.3.2003

A..R. Penck, in jüngster Zeit eher für seine schnellen malerischen Würfe und routinierten motivischen Wiederholungen bekannt, war lange ein Suchender, der ständig neue bildnerische Finessen erprobte. So ließ er die Farben viele Jahre heftig laufen, stocherte zwischen unterschiedlichsten Formen, Figuren und Materialien herum, ohne vorher überhaupt zu wissen, wohin sie ihn treiben würden. „Mich interessiert die Form, aber zu der Form komme ich, indem ich so viele andere Formen, sagen wir mal, nicht möglich mache,“ beschreibt er selbst sein Vorgehen. Diesen äußerst offenen und vitalen künstlerischen Prozess dokumentiert jetzt eine Ausstellung in der Galerie Werner, in der Gouachen und Aquarelle aus den Jahren 1973, 1974 und zahlreiche Bronzeskulpturen zusammengeführt werden, die ab 1987 entstanden sind.

Zu der Zeit, als die gezeigten Gouachen und Aquarelle entstanden, lebte der Künstler (Jahrgang 1939) noch in der Deutschen Demokratischen Republik. Erst fünf Jahre zuvor hatte Ralf Winkler (so sein Geburtsname) sich das Pseudonym A.R. Penck (nach dem Eiszeitforscher Albrecht Penck) gegeben, das fortan seine künstlerische Laufbahn bestimmen sollte. Er selbst nennt die Tendenz, Kürzel und Namen zu erfinden, einen Versuch „dem spontanen Ausdruck mittels etwas Stabilem eine solidere Grundlage zu geben.“ In diesem Sinne stellte er auch diese Serie von Gouachen und Aquarellen unter ein Buchstabenkürzel: „TM“, das „Tancred Mitchell, Theorie-Modell oder Theodor Marx“ bedeuten soll. Schon daran wird die spielerische Dimension in Pencks kreativer Arbeit deutlich, und eine größtmögliche Offenheit für alles, was im künstlerischen Ausdruck möglich ist.

Genau darin liegt die Stärke dieser Werke von 1973, 1974….

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