Nachrichtenforum , 2017

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Dresden: Monument

Ein Dresdner beantragte beim örtlichen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen das „Monument“ des Künstlers Manaf Halbouni mit drei senkrecht aufgestellten Bussen vor der Dresdner Frauenkirche – mit einer Entscheidung sei aber „auf keinen Fall vor nächster Woche zu rechnen“, zitieren die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ einen Gerichtssprecher. Der Oberbürgermeister Dirk Hilbert wurde niedergeschrien und erhielt Morddrohungen, die Stimmung in der Auseinandersetzung um das Werk werde immer aggressiver, berichten mehrere Medien. Vorbild für die Installation auf dem Platz vor der Frauenkirche ist ein Foto, das eine Barrikade aus Bussen im zerstörten Aleppo zeigt. Warum dies zu Pöbeleien führt, und dies mit einer Heftigkeit, mit der in den vergangenen Jahren hier zu Lande noch nie ode rzumindest äusserst selten ein Kunstwerk überzogen wurde, versucht Peter Nowak im Onlinemagazin „Telepolis“ zu erklären: „Hier wird deutlich, dass es erneut um den Dresdner Opfermythos geht, der seit nun mehr 25 Jahren auch linke Kritiker des Dresden-Mythos beschäftigt… Für diese Rechten ist es eine Provokation, dass die Bombardierung Dresdens mit anderen historischen Ereignissen gleichgestellt wird. Daher echauffieren sie sich über eine Installation, die nun keineswegs eine Kritik am Dresden-Mythos leisten will. Im Gegenteil passt die Installation sehr gut zu einer modernisierten Version des Dresden-Mythos, die durchaus ein Stück weit auf die Kritiker des deutsch-völkischen Dresden-Mythos zugegangen ist ….“ Inzwischen sahen sich die Intendanten der Dresdner Kultureinrichtungen zu einer gemeinsamen Erklärung gegen den Hass veranlasst, der dem Künstler, dem OB, anderen demokratischen Politikern und den Befürwortern der Installation entgegenschlägt: „Hass und Verachtung fallen auf die…

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