Messen & Märkte · von Uta M. Reindl · S. 441
Messen & Märkte , 1994

Uta M Reindl

Arco 94

In Madrid vom 10.-15. Februar 1994

Eindeutig kleiner, aber jünger geworden ist die dreizehnte Auflage der spanischen Kunstmesse ARCO. 143 Galerien, darunter 57 ausländische nahmen teil. Wie im vergangenen Jahr hatte man das kleinere und ursprüngliche Messegelände bezogen, den sogenannten Kristallpalast auf dem Casa de Campo etwas außerhalb des Stadtkerns von Madrid – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen gläsernen Ausstellungspavillon mitten im Retiro-Park. 1992 nämlich hatte die Messegesellschaft IFEMA die ARCO in dem eigens dafür rasch aufgezogenen Messetrakt weit außerhalb der Stadt untergebracht.

Verjüngt hat sich die ARCO bei den spanischen Teilnehmern in der Künstlerauswahl, es gibt wesentlich weniger Mirós oder Tàpies, die Großväter der jungen Kunst, zu sehen als in den Vorjahren. Fast jede der anwesenden spanischen Galeristen bemühte sich, möglichst junge Kunst vorzustellen, was bei den internationalen Galerien nicht immer der Fall war. Leo Castelli, der Good-Will-Gast auf so vielen Kunstmessen, zeigte bekanntere Werke etwa mit Ed Ruscha, Bruce Nauman oder den Starn Twins.

Konrad Fischer war allerdings mit einer Einzelaus-stellung eines jungen Spaniers präsent, dem auf der letzten documenta gezeigten Plastiker Juan Muñoz. Hans Mayer hatte den Spanier Victor Mira mitgebracht sowie den impressionante Paladine „Cacciatore Di Stelle“ (1989), Yves Klein von 61 sowie Arbeiten des Japaners Tadashi Kawamata oder des Briten David Nash aus den Achtzigern. Die Kölner Galerie Feuerle übrigens erregte mit einem auf hiesigen Messen bereits ausgereizten Gag Aufsehen und hatte zwei mittelalterliche Madonnen sozusagen zwischen Polke und Henk Visch plaziert. Durchaus ein Kleinod war die James Turell Arbeit von seinem Kraterprojekt (1984),…

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