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Ausstellungen: Köln · von Frank Frangenberg · S. 374 - 375
Ausstellungen: Köln , 1998

Frank Frangenberg
Ashley Bickerton

„Works from 1987-1996“
Galerie Philomene Magers, Köln, 24.4. – 13. 6.1998

Das Detail ist alles. Wann hat man schon einmal Gelegenheit so genau zu sein: Ashley Bickerton ist der Paul Gauguin unserer Tage. Und um ganz genau zu sein: seitdem Bickerton 1993 sein New Yorker Appartement aufgegeben hat, um sich auf entfernte Inseln zurückzuziehen, könnte er dieser Gauguin sein, der in Robin Masters Gästehaus hängt, der provisorischen Bleibe von Thomas Magnum, Held der gleichnamigen 80er Jahre-Hawaii-Detektivserie. Der 1950 auf Barbados geborene amerikanische Künstler soll zum einfachen Inselleben zurückgekehrt sein. Eine Zeitlang ging er mit dem Surfzirkus auf Tour: Südsee, Indonesien, Bali, wo er heute auch lebt. Und produziert nur noch ein bis zwei Arbeiten im Jahr, die uns als Flaschenpost, Cargo der besonderen Sorte, erreichen.

Zu Beginn der 80er Jahre war Ashley Bickerton einer dieser „postmodernistisch“ titulierten Künstler, deren quicke Intelligenz noch schneller war als die ästhetische Verfallszeit ihrer perfekt präsentierten, glatten High-Tech-Kunst. Die letzte Generation der Baby-Boomer, die erste die ihren eigenen Rechner zu Hause stehen hatte. Das ästhetische Bodybuilding hatte symptomatische Qualität. Die Wirtschaft boomte weiter, die Kunstwelt wurde glamourös. Körper wurden gestählt, Künstler ließen Muskeln spielen. Mitte der 80er wurde Ashley Bickerton endgültig zu dem, was Künstlersein in den 80er Jahren auch sein konnte: ein Star. Als eines der führenden Mitglieder der New Yorker Kunstwelt der 80er Jahre konnte er eine Zeitlang die Fiktion aufrechterhalten, die Mechanismen des Kunstmarkts zu kennen bedeute bereits die Möglichkeit ihn ausbeuten zu können. Wer würde heute noch wie Bickerton 1990…



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von Frank Frangenberg

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