Ausstellungen: Zürich · von Dora Imhof · S. 380
Ausstellungen: Zürich , 1999

Dora Imhof

Beat Streuli

Kunsthalle Zürich, 28.8. – 24.10.1999

Es ist vor allem die Präsentation (Inszenierung), durch die die Ausstellung „City“ in der Kunsthalle Zürich besticht (die Schau war im Frühling bereits in Düsseldorf, wo Beat Streuli lebt, zu sehen). Außer im ersten Raum, wo einige Farbfotografien der neuen Serie hängen, sind alle Räume für die Diaprojektionen abgedunkelt worden – die Black-Box hat in der Zürcher Kunsthalle den White Cube endgültig abgelöst. Die großen Panoramafenster der Kunsthalle sind verdeckt und lassen keinen Blick mehr zu in die vielgelobte unschweizerisch-großstädtische Industrie – und Kunstlandschaft des Löwenbräu-Areals.

Im Dunkeln drinnen ist man weltentrückt und ortlos; ohne Ablenkung ganz auf sich selbst und die Arbeiten bezogen. Die Räume gleichen einer Mischung aus Kinosaal und Hörsaal für kunsthistorische Vorlesungen, vor allem im ersten Raum, wo zwei Türme mit je drei Projektoren Streulis in Tokyo entstandene Diaserie von Menschen in Straßen nebeneinander an die gleiche Wand werfen. Der Effekt dieser simplen Anordnung für Diaüberblendeprojektionen ist überraschend bestechend. Die Bilder werden nicht nacheinander in regelmäßiger Sequenz projiziert, sondern sind zu einer suggestiven, fast hypnotisch (einlullend) wirkenden Choreografie geworden, ein Reigen, begleitet vom Summen und Klicken der Projektoren.

Manchmal zeigen die Dias die gleiche Person in einem späteren Moment aufgenommen (sichtbar beispielsweise durch die Verschiebung der Position der Zigarette), was die Bilder nah an Zeitlichkeit des Films rücken lässt. Manchmal taucht ein gänzlich neues Gesicht auf, manchmal sind es auch bunte Werbetafeln, Straßenschilder oder Wagenkennzeichen mit japanischen Schriftzeichen und in Englisch. Manchmal wird nur ein Dia projiziert und der andere Teil der…

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