Ausstellungen: Schwerin · von Rainer Unruh · S. 290
Ausstellungen: Schwerin , 2001

RAINER UNRUH

Ben Vautier –
…ist das Nichts wichtig?

Staatliches Museum Schwerin, 2.9. – 25.11.2001

Das Nichts ist weiß, und wer die Ausstellung betritt, steuert geradewegs auf es zu. Ben Vautier, 1935 in Neapel geboren und heute in Nizza heimisch, hat das deutsche Wort „Nichts“ in seiner runden, fast kindlich anmutenden Schreibschrift auf eine schwarz grundierte Tafel gemalt. Jetzt steht es da, und wer sich wundert, was es bedeuten könnte, dem geht es wie dem Künstler selbst. Auf einem Hochformat hat Vautier eine lange Liste von Fragen zum Nichts notiert. Ist Nichts immer gleich? Ist Nichts Kunst? Offenkundig ist es zumindest ein Stachel, der den Künstler zu einer wuchernden, überbordenden Fülle von Arbeiten anregt. Rund 280 Tafeln, Objekte und Environments aus allen Werkphasen hat Vautier, eine der zentralen Figuren der Fluxus-Bewegung, für die Schau in Schwerin ausgewählt.

„achtung, Kopf runter! Kunst ist ego!“ steht auf der Holzleiste in Stirnhöhe, die den Eingang zum zentralen Ausstellungsraum markiert. Man ist dankbar für die Warnung, bedenkt man die Neigung der Fluxus-Aktivisten zu derben Scherzen. Vautier erinnert in seiner kurzweiligen Autobiografie „Ma vie, mes conneries“ (Nizza: Z’éditions, 1997) an eine Ausstellung der Gruppe im New Yorker Guggenheim Museum 1972. Vor dem Rückflug nach Paris bot George Maciunas den Künstlerkollegen Schokolade mit Abführmitteln an; die Wirkung war verheerend.

In Schwerin sind nicht Menschen die Zielscheibe, sondern es ist in erster Linie die Institution Kunst, die Vautier in immer neuen Anläufen attackiert. Mehrere Arbeiten aus den frühen 60er Jahren kritisieren den Konnex von Kunst und Kommerz. „Wenn du genug Geld…

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