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Ausstellungen: Köln · S. 329 - 329
Ausstellungen: Köln , 1990

Jürgen Kisters
Birgit Hein

Installation in der Moltkerei-Werkstatt am 5.12.1989

In der uferlosen Fülle möglicher Bilder gibt es einige, die in der gewohnten täglichen Bildwelt nicht festgehalten und – sofern sie festgehalten werden – äußerst selten deutlich gezeigt werden. Selbstverständlich sind diese Bilder allein in den Dokumentationen der Medizin und Kriminalistik und in den Niederungen grausamer Film- und Phantasiewelten. Diese Bilder beziehen sich vorwiegend auf Sexualität und Gewalt. Sie demonstrieren den menschlichen Körper als Objekt, in Zuständen der Entstellung, Demütigung oder Zerstückelung, am Rande seiner Auflösung.

Seit den 60er Jahren ist die künstlerische Arbeit von Birgit Hein (zusammen mit ihrem Mann Wilhelm Hein) darauf ausgerichtet, solche Bilder aus dem Feld des Heimlichen heraus ans Licht der Öffentlichkeit und damit ins Bewußtsein zu zerren. Als Mitbegründer des legendären X-Screen Undergroundfilmzirkels gehören die Heins zu den wenigen international anerkannten deutschen Experimentalfilmern. Neben dem Film kennzeichnen ihre Arbeit auch gleitende Übergänge in die Bereiche der Photographie und Installationskunst. Seit kurzem arbeiten die Heins getrennt an eigenen Projekten. Die Installation „Frauenbilder“, die Birgit Hein in der Kölner Moltkerei-Werkstatt vorstellte, zeigte, wie sie die früher gemeinsame Arbeit mit Wilhelm aus ihrem (weiblichen) Blickwinkel fortführt. Ihr Interesse kreist darin ausnahmslos um die Frage: „Was sind denn weibliche Bilder?“ Sie sagt: “ Ich würde dabei nicht von einer weiblichen Ästhetik sprechen wollen, sondern von unterschiedlichen Standpunkten. Am unterschiedlichsten sind die Standpunkte und Erfahrungen von Frau und Mann in der Sexualität.“

Der Ausstellungsraum wurde von einem Photowandbild aus 36 Photographien dominiert. Die Bilder beschäftigten sich durchweg mit Frauenkörpern in verschiedenen Zuständen der…


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