Ausstellungen: Köln · von Uta M. Reindl · S. 346
Ausstellungen: Köln , 2011

Uta M. Reindl

bodily functions

Kunstverein Koelnberg, 13.4. – 7.5.2011

Tatsächlich nur Zufälle? Nach der CD bodily functions des Elektronik-Jazzers Matthew Herbert, die der Maler und Musikliebhaber Volker Saul bei der Vorbereitung seiner Ausstellung gerade mal hörte, benannte er seine Präsentation im Kunstverein. Doch wollte der Kölner Künstler (*1955) seine Kunst nicht in einer Soloschau, sondern im Zusammenspiel mit Werken von acht seit langem geschätzten Kollegen zeigen. Dieses Zusammenspiel funktionierte offenbar schon im Vorfeld der Ausstellung ganz gut – dank der Anregung des eingeladenen Komponisten und Experimentalmusikers Manos Tsangaris nämlich, doch eine frühe Videoarbeit seines britischen Musikerfreundes Chris Newman als Beitrag aufzunehmen, die exakt den Ausstellungstitel trägt. Um „Schnittstellen“ der Werke untereinander, so Volker Saul über sein kuratorisches Konzept für bodily functions, sei es ihm denn auch gegangen, allerdings nicht im Sinne einer „Themenschau“, sondern als „Freispiel“ – vor allem mit dem Interesse daran, „was solche Arbeiten miteinander machen, wenn sie zusammenkommen.“ In der Tat „machten“ die in bodily functions vereinten malerischen wie skulpturalen Positionen der Neuen Abstraktionen viel „miteinander“ und belegen einmal mehr, dass von Künstlern organisierte Ausstellungen mitunter komplexere Einsichten vermitteln.

Absurde Worte und organische Formationen in Schwarz an der Wand des Eingangsbereichs begleiteten den Betrachter zu den Ausstellungsräumen im Kunstverein des Belgischen Viertels. Die von Volker Saul und dem US-Künstler Mark Booth realisierte Bildtext-Installation nannte sich „Bergbastards“ und umfasste analog zur ihrem Titel vielsinnige Montagen aus englisch-deutschen Wortfragmenten. So stammen die Worte „Klanguage“, „Tonguelesschatten“, „Schmetterlingam“ oder auch „Strahlump“ zwar wesentlich aus der Feder des an der School of the Art Institute…

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