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Magazin: Museen & Institutionen · S. 360 - 369
Magazin: Museen & Institutionen , 1990

Bonner Kulturzentrum:

Grundlagen gefährdet?

Das Kulturzentrum Brotfabrik ist mehr als nur die Summe aus Theater, Tanz, Kino und kreativer Bildung: hier ist das Experimentierfeld für zukünftige Entwicklungen und für kontinuierliche Projektarbeit.“ Mit diesen Worten skizzieren die Organisatoren ihr Programm im rechtsrheinischen Vorort Beuel, wo seit 1986 rund 100 000 Besucher im Jahresdurchschnitt Zeuge einer Verbindung zwischen „kontinuierlicher und niveauvoller Kulturarbeit mit dem öffentlichen Interesse“ werden. Lokale Amateurgruppen präsentierten sich hier bislang ebenso wie professionelle Künstler, teils mit internationalem Renommee.

Zwei Millionen DM wurden bislang in den Umbau der alten Germania-Brotfabrik investiert, ein Viertel davon erbrachten die Betreiber in Eigenleistung. „Letzte Investitionen, z. B. für die Bestuhlung des Theatersaales, stehen noch an“, heißt es. Knapp die Hälfte der neun Mitarbeiterstellen wurde bis jetzt von der Bundesanstalt für Arbeit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bezuschußt, muß aber im kommenden Sommer in „regelrechte Personalstellen“ umgewandelt werden. Dazu sind qualifizierte Kräfte nötig: „Der Umsatzetat der Brotfabrik bewegt sich an der Millionengrenze und muß entsprechend verwaltet werden.“

Nicht geringes Entsetzen überfiel die Betreiber indessen, als die Stadtverwaltung der Bundeshauptstadt den Hausentwurf für dieses Jahr vorlegte: „Damit kann eine angemessene Entwicklung der freien Kulturarbeit in Bonn nicht gewährleistet werden. Wir sehen die Grundlagen unserer Arbeit gefährdet!“ Gefordert wird eine Erhöhung der veranschlagten Betriebsmittel- und Investitionszuschüsse um insgesamt 180 000 DM.

Jürgen Raap

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