Ausstellungen: Bonn · S. 301
Ausstellungen: Bonn , 1988

Friedemann Malsch

C. O. Paffgen – Fragezeichen

Galerie Magers und „Syndikat“, 12.11. – 30.12.1987

»Ikonografie des Alltags« – für die Theoretiker ist dies der Stoff, aus dem die postmodernen Theorien sind; doch gibt es auch andere Strategien, um sich den Code dieser Standard-Kommunikation kritisch und gleichzeitig kreativ zu erschließen. Eine dieser Strategien kann die Extrapolierung gerade jener Zeichen sein, die eine gewisse Regelhaftigkeit beinhalten und Instrumente der Spezifizierung des jeweiligen Verwendungsmodus ikonografischer Topoi werden.

»C.O. P?« war der beziehungsreiche Titel der Ausstellung, die Philomene Magers in den Räumen ihrer Galerie und des »Syndikat« in Bonn veranstaltet hat. Die Rätselhaftigkeit der Abkürzungen im Titel ist Metapher für den Gegenstand der Ausstellung. Denn was sich zunächst ärgerlicherweise wie die Verschleierungsstrategie eines auf Eingeweihte zielenden Treppenwitzes liest (bei Künstlern und Sammlern erfreut sich CARL OTTO PÄFFGEN nicht selten dieser Bezeichnung wie eines Spitznamens), ist bei näherer Betrachtung gewissermaßen Einstiegsort in die Ausstellung selbst. Das Fragezeichen nämlich, das auf die drei Großbuchstaben folgt, stellt nicht nur die Frage nach ihrem Sinn; es wird seinerseits Auslöser für einen Strom semantischer Spielereien mit der Bedeutungshaftigkeit des Fragezeichens selbst. Die Ausstellung besteht deshalb ausschließlich aus Fragezeichen, die Päffgen aus unterschiedlichsten Materialien in allen denkbaren Formen und Techniken gestaltet hat. Das Fragezeichen des Titels stellt mithin nicht die Frage nach dem Künstler Päffgen, sondern bildet zusammen mit den Großbuchstaben die Abkürzung für den Worttitel: »Carl Otto Päffgen – Fragezeichen«.

Das Fragezeichen gehört zu Päffgens motivischem Repertoire schon seit langen Jahren. Es ist bisher allerdings nicht so in Erscheinung getreten; oder sollte man besser…

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