Ausstellungen: Kassel/Edinburgh/London/Mulhouse , 1984

Die ganz Jungen

Ausstellung „germinations“ in Kassel, Edinburgh, London und Mulhouse

Die „Biennale des Jeunes“ ist keine mehr. Mit neuem Gebäude in neuer Umgebung – fortan im Parc de la Vilette – hat sie auch ihr Konzept geändert. Vom nächsten Jahr an gibt sie sich als aktuelle Kunstschau im Zweijahresrhythmus. Aufgegeben wurde die bislang gepflogene Praxis, nur Künstler einzuladen, die eine bestimmte Altersgrenze noch nicht überschritten haben. Wachsender Ehrgeiz hat das selbst verordnete Korsett gesprengt. Beflügelt wurde dieser Ehrgeiz durch den Umstand, daß die Biennale in Venedig auf bislang besetztes Terrain verzichtet. Statt der Demonstration vorzüglich neuer Kunst widmet sie sich seit einigen Jahren in erster Linie thematischen Fragestellungen. Und analog dazu begnügen sich die nationalen Pavillons mehrheitlich mit dem Blick rückwärts. Unversehens entstand eine Lücke im internationalen Kunstgeschehen. Georges Boudaille, ebenso umsichtiger wie umtriebiger Chef der Pariser Biennale, erkannte sie. Fortan wird man sich wieder in Paris, wenn schon nicht in New York, über die aktuellen Trends innerhalb der zeitgenössischen Kunst informieren müssen.

Doch auch die „Biennale des Jeunes“ hinterläßt eine empfindliche Lücke. Künstlerinnen und Künstler, die im internationalen Kunstbetrieb noch nicht richtig Fuß gefaßt haben, verloren eine wichtige internationale Plattform. Da Abhilfe zu schaffen, bot sich geradezu zwangsläufig an. Und auch in dieser Hinsicht hat Georges Boudaille vorgesorgt. Zusammen mit Horst Wegmann vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, dem unermüdlichen Promotor junger Kunst, der binnen weniger Jahre eines der angesehensten und begehrtesten Künstlerförderungs-Programme in Europa entwickelt hat, rief er eine weitere Biennale ins Leben. Eine Biennale der „ganz Jungen“. Begabte Kunst-Schüler erhalten Gelegenheit, ihre…

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