Ausstellungen: Frankfurt am Main · von Susanne Boecker · S. 280
Ausstellungen: Frankfurt am Main , 2015

Susanne Boecker

Doug Aitken

Schirn Kunsthalle, Frankfurt, 9.7. – 27.9.2015

In der Rotunde der Schirn hat sich eine Eruption ereignet. Der Boden der offenen Rundhalle ist aufgeborsten, in einem ein kreisrunden Krater steht trübes, graugrünes Wasser. Von oben fallen Tropfen hinein – pling, plong, pling… Ab und zu verstärken sie sich zu geschlossenen Strahlen oder schwellen zu Kaskaden an. Dann verdichtet sich das Tröpfeln zu einem Rauschen, das von einem wummernden Sound begleitet ist. Die Installation „Sonic Fountain II“ bildet den Auftakt zur Ausstellung Doug Aitken in Frankfurt. Für die bislang umfassendste Einzelpräsentation des 1968 geborenen US-amerikanischen Multimedia-Künstlers in Deutschland wurde die gesamte Fläche der Ausstellungshalle freigeräumt: 1400 Quadratmeter bieten Raum für vier Videoinstallationen sowie eine Reihe von Skulpturen.

Doug Aitken ist ein Meister des Zusammenspiels von Architektur, Film und Musik, von Bildern und Raum, von Rhythmus und Komposition. Mit „Sonic Fountain II“ schuf er einen Klangraum, in dem Architektur, Kunst und Musik verschmelzen. Die erste Version der Sound-Installation entstand 2013. Damals stemmte Aitken ein rundes Loch in den Boden seiner New Yorker Galerie, füllte es mit Wasser und „bespielte“ es mit einer elektronisch-mechanisch gesteuerten Komposition aus Wassertropfen. Für die Präsentation in der Schirn hat Aitken das Werk an die architektonische Situation angepasst: Das Loch im Boden ersetzte er durch einen aufgeworfenen kraterförmigen Wall, er vergrößerte den Durchmesser des Wasserspiegels und erhöhte die Zahl der Wasserhähne. Entstanden ist eine postmoderne Tropfsteinhöhle mit Baustellencharakter, deren konzertante Wasserspiele eine stimmige Synthese mit dem akustischen Umfeld eingehen: Hier am Frankfurter Römer vermischt sich der Sound der…

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