Ausstellungen: Saarbrücken , 1987

Arthur Engelbrecht

Drei japanische Künstler

Aki Kuroda – Hidetoshi Nagasawa – Keiji Uematsu
Stadtgalerie Saarbrücken, 14.2.-15.3.1987

Überraschend zu sehen, wie Unvereinbares sich verbinden läßt. Das Rezept von Toshi Maeno aus Paris und Bernd Schulz aus Saarbrücken ist schlicht und mutig zugleich.

Man nehme drei »japanische« Künstler, die in den drei »europäischen« Kunstzentren Paris, Mailand und Düsseldorf/Köln leben, achte auf einen gewissen »internationalen« Bekanntheitsgrad und bereite dann ein abwechslungsreiches Ausstellungsmenü mit einer zaunartigen Installation von Nagasawa, mit drei Leinwandbildern sowie 18 Zeichnungen von Kuroda und mit 14 Objekten von Uematsu.

Doch ist alles anders als erwartet, was in den Räumen der Stadtgalerie erlebbar, eben nicht einfach nur zu »sehen« ist. Um es also vorwegzunehmen: Es ist nicht allein die glückliche Wahl des Triumvirats, die drei sonst getrennt operierende Grenzgänger zwischen unterschiedlichen Kulturen und Traditionen vereint, sondern auch eine nachdenkenswerte Demonstration über raum-zeitliche Eigenständigkeit zeitgenössischer Kunstströmungen.

Gemeinsam ist der unmittelbare Bezug fast aller Arbeiten auf die räumlichen Gegebenheiten. So grenzt Nagasawas »Luogo dei fiori« (150 x 730 x 670 cm) dort Raum aus, wo seine rechteckige Umzäunung sich dem Wandverlauf anpaßt, hat Kuroda zwei Leinwandbilder in der Stadtgalerie wie im Atelier gemalt, ihren Platz für die spätere Ausstellung schon vorweggenommen, und versteht es Uematsu, einen langen korridorartigen Raum als notwendiges Element seiner Objekte einzubinden. Dieses sich Einlassenkönnen auf die jeweiligen Bedingungen der Präsentation ist sicherlich nichts Außergewöhnliches, es sei denn, man erkennt die Ansätze einer Wahrnehmungsweise, die zum tradierten Kontextbezug in der Erscheinungs- und Wirkungsweise der Kunstgattungen ein Kontrastmittel anbietet, um die Diktatur arbeitsteiliger Sinnlichkeit zu durchbrechen.

Bei Nagasawa…

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