Ausstellungen: Köln , 1998

Jürgen Raap

„Eight days a week“

Liverpool in Köln

Ringausstellung an 20 Kunstorten in Köln, 4.9. – 30.9.1998

Liverpool war die erste Stadt gewesen, die 1952 mit Köln eine offizielle Partnerschaft einging – in einer Zeit, als das Nachkriegsdeutschland international noch weitgehend isoliert war (bei der Olympiade im gleichen Jahr durfte z.B. noch keine deutsche Mannschaft teilnehmen). Aus diesem Anlaß stellten die Kuratoren Jürgen Kisters und Georg Gartz ein Programm mit 33 Veranstaltungen an 20 Kölner Kunstorten zusammen, das einen mehr oder weniger repräsentativen Überblick über die Kunst- und Kulturszene der britischen Hafenstadt bot.

Zwei Phänomene machen den „roten Faden“ dieser Ringausstellungen aus: Zum einen ein offenbar viel stärkeres Interesse der Liverpooler Künstler an politischen und sozialen Fragen und damit auch eine größere Bereitschaft an Einbindungen in sozio-kulturelle Aktivitäten als als bei ihren hiesigen Kollegen. Deswegen hatten Kisters und Gartz auch ganz bewußt etablierte Kulturinstitute, Avantgarde-Galerien, Off-Kunsträume und Volkshochschulfilialen miteinander vernetzt. Philip Jeck führte eine Performance auf, bei der er alte Schallplatten wie Musikinstrumente benutzte (Moltkerei-Werkstatt); anderntags fanden Workshops in Kölner Schulen statt. Dem Dia-Vortrag im Museum Ludwig folgte die Vernissage zur Installation von Susan Leask in einem ehemaligen Luftschutzbunker (Ifficial Art Cologne): dort hatte sie auf dem Boden Gipspulver und Kohlenstaub zu einem Raster mit Streifen und Rechtecken angeordnet, die an Zebrastreifen und andere Fahrbahnmarkierungen erinnerten.

Zum anderen spielt in Liverpool der Fußball selbst im Kulturbetrieb eine viel deutlichere Rolle als identitätsstiftender Faktor: „Auch auf Vernissagen wird erst das letzte Spiel des FC Liverpool kommentiert und dann erst über die ausgestellte Kunst diskutiert“, hat Jürgen…

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