Ausstellungen: Köln , 1998

Jürgen Raap

Nobuko Watanabe/Elke Sander

Japanisches Kulturinstitut, Köln, 6.9. – 20.11.1998

Das Japanische Kulturinstitut in Köln hat seit einiger Zeit sein Ausstellungsprogramm auf „Dialogbeziehungen“ ausgerichtet – es sind Dialoge zwischen den Werken japanischer und hiesiger Künstler und damit gleichzeitig auch Dialoge zwischen zwei Kulturkreisen und deren jeweiliger Bildtradition. In der aktuellen Ausstellung focussiert sich dieser Dialog vor allem auf unterschiedliche Materialien und Formate: Elke Sander faltet ihre Tuschezeichnungen zu kleinen Papierwürfeln zusammen; Nobuko Watanabe inszeniert ihre zweifarbigen Leinwandobjekte als zumeist großformatige Wandarbeiten mit räumlich-reliefhafter Wirkung. Dabei beschränkt sich die Farbigkeit auf Weiß und Gelb oder Weiß und Blau.

Eine ihrer Arbeiten ist auch als Bodeninstallation konzipiert: die straff gespannte weiße Leinwand bildet von links her gesehen eine glatte Fläche und wölbt sich dann an der rechten Außenkante nach unten. Daran schließt sich ein blaues Teil an, dessen Form diese Wölbung aufnimmt, so daß die Trennlinie der beiden Farbfelder eine markante Furche bildet. Im unmittelbaren Umfeld dieses Exponats hat Elke Sander ihre Papierwürfel in unterschiedlicher Sichthöhe so an der Wand plaziert, daß sie dem Betrachter einen Erzählrhythmus mit aufsteigender und abfallender Kurvenführung bieten.

Der strengen quadratischen Bildfläche und kubischen Form von Elke Sanders Exponaten steht Nobuko Watanabes Absage an den rechten Winkel kontrastiv gegenüber: oft bildet die Gesamtform von Watanabes Bildobjekten ein Trapez mit unterschiedlich langen Schenkeln oder eine ähnliche vier- bzw. fünfeckige Umrißgestalt mit verschieden langen Seiten. Auch die Stoßkante der beiden Farbflächen verläuft in der Regel schräg durch die Komposition, verleiht der an sich sehr ruhigen Bildanlage damit eine Dynamik. Ein weiteres Spannungsmoment bildet…

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