Ausstellungen: Köln · S. 441
Ausstellungen: Köln , 1989

Reinhard Ermen

Elisabeth Vary

„Objekte“

artothek der Stadtbücherei: die 157. Ausstellung 11.1.-3.2.1989

Elisabeth Vary (* 1940 in Köln) zeigte in der artothek „Objekte“. Das ist der neutralste Begriff für diese Arbeiten, welche mit der Bezeichnung „kleine Wandplastiken“ nur unzureichend beschrieben sind. Varys „Objekte“ sind aus Ölfarbe und Karton zusammengesetzt, sie gefallen sich in einer fast minimalistischen Zurückhaltung, was die Größe angeht, ohne daß sich damit in irgendeiner Weise ihr emotionaler Anspruch zurückhielte. Vary stellte insgesamt fünf dieser zumeist mehrteiligen Arbeiten aus, und selten erschien der schöne Ausstellungsraum der artothek so groß – eine Größe, die Varys „Plastiken“ freilich nie erdrückte. Die Künstlerin hat eben ein Maß für den nicht gerade leicht zu bewältigenden Raum gefunden.

Die einzelnen Teile dieser Ensembles werden durch Gegensatzspannungen zusammengehalten. Vielleicht klingt das zunächst etwas didaktisch, wenn etwa vom Gegensatz glatter und rauher Oberflächen die Rede ist oder wenn als spannungstragende Dialektik der Austrag runder und eckiger Formen hervorgehoben wird. Die Nähe zur Didaktik ist auch zweifellos eine ständige Gefahr, in der diese kleinen Objekte schweben, und manchmal überwiegt die Pädagogik, wenn auf einer halben Kreisscheibe drei geometrische Formen zu schöner Ordnung Kante auf Kante gruppiert sind. Doch vielleicht ist das eine Assoziation, die sich bei diesen Arbeiten einstellen muß, denn hier wird ja nicht mit den klassischen Materialien eines Bildhauers gearbeitet. Die Anspruchslosigkeit von Pappe hat eben einen „pädagogischen“ Zug. Ölfarbe kann ihn indessen vergessen machen.

Der Assoziationsreichtum, den diese Arbeiten gestatten, ist ihre Stärke. Arbeitet Vary nicht eigentlich mit Segmenten? Da erscheint ein Bogenelement durchaus wie ein Gewölbesegment. Die Assoziation…

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