Ausstellungen: Hamburg , 2004

RAINER UNRUH

Ferdinand Hodler

ZUM 150. GEBURTSTAG
Gemälde aus Schweizer Sammlungen

Ernst Barlach Haus, Hamburg, 12.10.2003 – 4.1.2004
Galerie der Stadt Stuttgart, 23.1.2004 – 12.4.2004

Es ist ein gleitender Übergang von draußen nach drinnen, der den Besucher auf die Ausstellung im Ernst Barlach Haus einstimmt. Wer den vom Regen aufgeweichten Weg durch den Jenisch Park zu dem weiß verputzten Flachbau durchschritten hat, wird im Inneren des Gebäudes mit der Ansicht einer schöneren, idealisierten Landschaft belohnt. Figur und Natur, zwei der großen Themen Ferdinand Hodlers (1853 bis 1918), sind in dem Gemälde „Die heilige Stunde“ (um 1907) vereint, das die Ausstellung eröffnet. Es zeigt zwei Frauen in blauen Gewändern, die, ihre Köpfe einander zugeneigt, auf einer Rasenbank sitzen und den Betrachter anblicken. Im Vorder- und Hintergrund erstreckt sich jeweils in der Horizontalen ein Meer von Blüten, das im Unterschied zu den klar umrissenen Frauengestalten aus kräftig leuchtenden Klecksen in Weiß und Gelb besteht, die zum Teil miteinander verschmelzen, als wollten sie so die Glut der Farben noch steigern.

Der Mensch als Teil der Natur, die Vorliebe für das, was Hodler „Parallelismus“ nennt, nämlich die Wiederholung gleichartiger Formen wie zum Beispiel die Beschränkung auf nur wenige Arten von Blüten im Hintergrund – in diesem Bild werden Themen angeschlagen, auf die man im Verlauf der Ausstellung immer wieder stößt. Rund 40 Gemälde und Zeichnungen sowie eine Plastik hat Ulrich Luckhardt von der Hamburger Kunsthalle aus Schweizer Privatsammlungen zusammengestellt. Die Präsentation der Arbeiten in den relativ kleinen Räumen des Ernst Barlach Hauses ist ein Glücksfall kluger Ausstellungsregie. Da genügen…

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