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Ausstellungen: Berlin/Kiel · von Thomas Wulffen · S. 395 - 396
Ausstellungen: Berlin/Kiel , 1996

Thomas Wulffen
Flug-Entfernung-Verschwinden

Haus am Waldsee, Berlin, 26.1. – 3.3.1996
Stadtgalerie im Sophienhof, Kiel, 21.6. – 11.8.1996

Das Haus am Waldsee unter seiner neuen Direktorin Barbara Straka scheint zu einer Bastion der Kunst osteuropäischer Provenienz zu werden. Während der Berliner Senat und andere Kunstinstitutionen allenfalls zu den Berliner Festwochen die proklamierte Mittlerfunktion zwischen Ost- und Westeuropa einlösen, aber ansonsten russische Künstler auf der Straße sitzen lassen und kurzfristig geplante Ausstellungen absagen (so geschehen im Künstlerhaus Bethanien), ist hier ein Reservat entstanden, das seinesgleichen sucht. Das liegt wohl auch direkt an der Direktorin Barbara Straka, die schon seit Jahren Verbindungen zu Osteuropa, insbesondere den baltischen Staaten und Rußland, geknüpft hatte und auf sehr konkrete Kenntnisse hinweisen kann. Dieser Tatsache ist auch zu verdanken, daß als Abschluß der Berliner Festwochen 1995, die diesmal die Beziehung zwischen Deutschland und Rußland im Visier hatten, eine Ausstellung zur mehr oder minder aktuellen russischen Kunst realisiert werden konnte. Unter dem Titel `Flug-Entfernung-Verschwinden` wurde die konzeptuelle Moskauer Kunst präsentiert. Die Idee zu dieser thematischen Einbindung geht auf den Moskauer Künstler Pawel Pepperstein und die Prager Kuratorin Dr. Milena Slavicka zurück.

Zu einer Inkunabel dieser Ausstellung könnte Ilya Kabakovs Installation `Zimmer’ werden. Sie trägt den Untertitel `Der Mann, der in den Kosmos flog`. Sie war in der Ausstellung selbst nicht präsent, aber sie faßt alle Bewegungen, im wörtlichen und übertragenen Sinne, in einem Bild zusammen. Es ist kennzeichnend für diese Richtung der Moskauer Kunst, daß sie ein anderes Verhältnis zur Realität aufweist, deren Konstituenten andere sind als die Westeuropas. Realität ist…



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