Ausstellungen: Bonn , 1998

Andreas Denk

Francisco Ruiz de Infante

Sprachenraum (Bestiarium Nr.2)

MedienKunstRaum der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 15. Mai bis 12. Juli 1998

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid,

September 1998

Das Ambiente, das der in Paris lebende Baske Francisco Ruiz de Infante (geb. 1966) im MedienKunstRaum der Bundeskunsthalle eingerichtet hat, befremdet: Zehn Tische und vierzehn Stühle und eine Vielzahl von deckenhohen Holzstäben stehen in augenscheinlicher Unordnung neben-, gegen- und übereinander. In diese kaum nutzbare, dekonstruktivistische Möbellandschaft sind drei kleine Monitore integriert, deren Bildschirme hinter Milchglasplatten installiert sind. Die leicht verschwommenen Bilder, die hier parallel zu sehen sind, zeigen Hände, die intensiv ein Ohr, eine Nase, eine Zunge reiben. Ein Mund haucht gegen die Kamera. Überblendet werden diese Szenen mit Sequenzen, die wogendes Wasser zu zeigen scheinen, und mit unregelmäßig und überraschend eingesetztem „Weißem Rauschen“, das, begleitet von einem knarrenden Brummton, die Abfolge der Szenen zerreißt.

Zwei einander gegenüberliegende große Projektionsflächen an den seitlichen Wänden dominieren die Szene: Hier sind, teils parallel, teils abweichend voneinander montiert, teils vorwärts, teils rückwärts, teils zeitgerafft, teils extrem verlangsamt, vor allem Tieraufnahmen zu sehen: Im Zentrum stehen Bilder einer Schildkröte, die sich – in Frontal- und Seitenansicht – vor- und zurückbewegt. Eine subjektive Kameraperspektive scheint gelegentlich den Weg des gepanzerten Reptils durch Gras und Schilf nachzuvollziehen.

Neben der Schildkröte erscheinen andere Tiere: Wespen im Anflug auf eine Blüte, eine Gruppe von Muränen, Zierfische in einem Aquarium. Überblendungen, die an surrealistische Techniken erinnern, und sprechende Schnitte koppeln Sequenzen einer Hand, die über Gesicht und Brust fährt, den Funkenflug eines Raketenstarts,…

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