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Ausstellungen: Köln · von Berit Hempel · S. 353 - 353
Ausstellungen: Köln , 1992

Berit Hempel
Franz Bernhard

Skulpturen – Zeichnungen – Collagen
Galerie Wentzel, Köln, 17.3. – 30.4.1992

Mindestens seit dem Ende der Altsteinzeit beschäftigt sich der Mensch mit der Abbildung seiner Art: Er beschwört, er ahmt nach, er sieht in seiner Figur – als Mikrokosmos – das Weltall, den Makrokosmos; unermüdlich ist der Mensch in der Reflexion über sich selber.

Auch Franz Bernhard betrachtet die menschliche Figur als den Ausgangspunkt für seine Skulpturen, überführt sie aber in einen anderen Zustand: Er abstrahiert und versachlicht zugleich die ursprüngliche Erscheinungsform. Köpfe und Gliedmaßen werden auf geometrische Formen reduziert, die aus quadratischen Flächen in verschiedenen Winkeln zusammengesetzt sind. Was an den Kubismus erinnern mag, ist davon allerdings weit entfernt. Die Formensprache des geborenen Tschechen ist wesentlich puristischer, der Mensch als Figur nur noch andeutungsweise erkennbar, weil sich das Kunstwerk verselbständigt hat und als solches seine Existenz rechtfertigt. Blockhaftigkeit strahlen die Skulpturen aus, Konzentriertheit und Ruhe in ihrer schlichten Präsenz, indem sie in sparsamer und dennoch spannungsvoller formaler Komposition aus Metall und Holz an den Wänden lehnen oder auf dem Boden liegen.

Franz Bernhard fügt einzelne Teile zu einem scheinbar geschlossenen und starren Ganzen zusammen, wie beispielsweise den „Würfelkopf“ aus dem Jahr 1989. Jedes Element ist für sich von Bedeutung, hat seine eigene Gestalt und gewinnt doch erst durch die Zusammensetzung mit anderen. Das Verhältnis von Mikrokosmos und Makrokosmos erscheint hier wieder, wenn auch in anderer Bedeutung als in der erwähnten späthellenistischen Astrologie.

Das Material wird nicht erhöht, sondern vom Künstler als Medium benutzt, indem er es schlicht und einfach bearbeitet:…



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