Titel: Kunst und Geld · von Heinz-Norbert Jocks · S. 132
Titel: Kunst und Geld , 2000

JÜRGEN HARTEN

Geld als fünftes Element

EIN GESPRÄCH VON HEINZ-NORBERT JOCKS

Jürgen Harten, 1933 in Hamburg geboren, studierte von 1953 bis 1960 Erziehungswissenschaften, Kunstgeschichte und Psychologie in Hamburg und München. Er war 1961 als Lehrer an Volks- und Realschulen in Hamburg tätig und im Nebenberuf Kunstkritiker. 1967/68 Sekretär der IV. documenta in Kassel, wurde er 1969 von Karl Ruhrberg als wissenschaftlicher Assistent an die Düsseldorfer Kunsthalle berufen, deren Direktor er seit Herbst 1972 ist. Als Chef am Grabbeplatz feierte er nun seinen Abschied, um demnächst als Generaldirektor der Kulturstiftung Ehrenhof seinen Einstand zu geben.

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Heinz-Norbert Jocks: Geld als Thema der Kunst ist kein neues Thema für Sie.

Jürgen Harten: Stimmt, ich plane für 2000 eine Ausstellung mit dem Titel Das fünfte Element-Geld oder Kunst, aber die erste zu diesem Thema fand schon vor 20 Jahren statt. Damals hieß sie Museum des Geldes, angelehnt an Künstlermuseen und fiktive institutionelle Schauplätze, wie bei Broodthaers. Im Untertitel hieß sie dann auch bewusst pseudoenzyklopädisch Über die seltsame Natur des Geldes in Kunst, Wissenschaft und Leben. Mir war aufgefallen, dass ganz verschiedene Künstler sich mit dem Kunstwerk als Ware, Wert- oder Spekulationsgegenstand auseinandergesetzt hatten. Broodthaers natürlich, aber auch Kienholz, Fahlström, Reuterswaerd – mit seiner Kunst-Investment-Parodie und nicht zu vergessen, Beuys, mit seinem Kapitalbegriff. Dann las ich zufällig die Dissertation von Horst Kurnitzky über die Triebstruktur des Geldes. Er, den ich dann auch kennen lernte, war ein Schüler von Klaus Heinrich. So fand ich den Einstieg in eine allgemeinere kulturanthropologische Begründung des aktuellen Themas. Nach Kurnitzky konstituiert sich die Gesellschaft ursprünglich…

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