Messen & Märkte , 2000

Jürgen Raap

Gestiegene Nachfrage

Nachbericht ART COLOGNE 1999

Die Diebe hinterließen eine dreiste Botschaft: „Gestohlen auf der ART COLOGNE“ stand auf einem Zettel, der sich am Morgen des letzten Messetages auf einem leeren Sockel in der Koje der Kölner Galerie Gmurzynska fand. Verschwunden war eine Chagall-Skulptur im Wert von 200.000 Mark. Darüber konnten auch nicht die Verkaufserfolge der Galerie hinwegtrösten, die eine Picasso-Skulptur für 550.000 Mark, ein Manzoni-Relief für 140.000 Mark und mehrere Feininger-Blätter für jeweils 100.000 Mark veräußern konnte.

Ansonsten wurde der Missmut über den Kunstraub – wie immer – vom Jubel über „den Regen roter Punkte“ übertönt. Viele Galerien hatten tatsächlich schon zur Messehalbzeit nach vier Tagen ihren Vorjahres-Umsatz erreicht. Nur von sehr wenigen Teilnehmern an der ART COLOGNE `99 waren gedämpftere Worte zu hören. Der Berliner Michael Kapinos z.B. konnte am Nachmittag des letzten Tages nur mit der Meldung „Die Kosten sind hereingeholt worden“ aufwarten, tätigte aber in letzter Minute dann doch noch einen weiteren Verkauf: „Die Erwartungen sind jetzt erfüllt“. Axel Holm (Ulm) war zwar „rundum zufrieden“, räumte aber ein: „Im Vorjahr war´s besser“. Allerdings hatte er mit einer „Greenpiece“-Installation von Gloria Friedman einen Stand, „der nicht so konsumabel ist“.

Anne Lahumière (Paris) ließ sich ebenfalls von der Euphorie der Messe-Offiziellen über 70.000 Besucher wie im Vorjahr nicht anstecken: „An drei Tagen war der Standbesuch bei uns eher mäßig. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wirklich alle Kollegen ihre Kosten eingespielt haben. Wir haben gerade bei den jüngeren Künstlern in unserem Programm dieses Jahr mengenmäßig schlechter abgeschnitten. Letztes Jahr hatten…

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