Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 358
Ausstellungen: Wien , 2005

Ursula Maria Probst

Gustav Metzger

«Geschichte Geschichte«

Generali Foundation, 11.5. – 28.8.2005

Erstmals wird eine umfassende Personale von Gustav Metzger, der als Initiator der „Auto-Destruktiven Kunst“ gilt, in einem institutionellen Kontext gezeigt. Kein einfaches Unterfangen für das Lebenswerk des 1927 in Nürnberg geborenen Künstlers, dessen künstlerische und politische Aktionen vorwiegend nur als Dokumentationsmaterial und Fotografien existieren. In der Generali Foundation verfolgt man die Systematik eines chronologischen Aufbaus, indem jeweils ein Raum Metzgers „Autodestruktiver Kunst“ sowie seiner „Autokreativen Kunst“ gewidmet ist, während im Hauptraum seine in den 1990er Jahren entstandene Werkgruppe „Historic Photographs“ installiert ist. Die von Metzger für diesen Zyklus verwendeten Quellenfotos reichen vom Holocaust, dem Anschluss Österrreichs an das NS-Regime über den Konflikt in Israel zwischen 1948 und 1990 bis zum Konflikt im ehemaligen Jugoslawien 1999. Um die Fotografien zu betrachten, müssen sich die RezipientInnen allerdings anstrengen. Die Installationen zwingen sie dazu, sich in eine unerträgliche Nähe zu den Bildern zu bewegen, denn diese sind entweder verhangen, eingeschweißt oder mit Brettern zugenagelt. Durch die skulpturale Form entsteht ein Äquivalent zum Bild. Drastisch wird vor Augen geführt, dass dahinter dramatische menschliche Schicksale stecken. Durch die so ausgelöste Erfahrung wird Erinnerung zu einer körperlichen und geistigen Konfrontation. Ein brisantes Thema im Gedenkjahr 2005. „Die Fotografien sollen nicht wie Fastfood konsumiert werden“, lautet Metzgers Entgegnung. Der Aspekt wie medial Geschichte konstruiert wird und wie reproduzierte Fotografien zum Bild- und Informationstransfer eingesetzt werden, zieht sich durch Metzgers Werk. Bereits 1972 arbeitete Metzger an der Schaffung eines Zeitungsarchivs für AktivistInnen. In der Ausstellung präsent ist auch ein…

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