Hanno Otten

Hanno Otten, ein Maler, der mit den Mitteln der Fotografie operiert, gleichzeitig aber auch nicht auf das »Noema« (Barthes) der Fotografie verzichtet, sprengt mit seinen heftigen Eingriffen die Zwangsläufigkeit des fotografischen Entwicklungsprozesses. Mit seinen Bildern will er die optisch und empirisch erfahrbare Realität transzendieren, will ihre imaginären Dimensionen zur Erscheinung bringen. Fotografisches und Malerisches gehen keine Einheit ein, sondern stehen sich im Unaufgelösten dialektischer Spannungsverhältnisse gegenüber. Die Auflösung vermag sich allein im Kopf der Betrachter zu verwirklichen – der Ausgleich der sichtbaren Widersprüche. Wie viele andere Künstler sucht auch Hanno Otten eine Synthese zwischen Fotografie und Malerei, eine ästhetische Versöhnung beider Medien ungeachtet ihrer völlig unterschiedlichen Materialität. Aus diesem Grund ist das Moment des Experimentellen, des Fließenden auch ein unverzichtbarer Bestandteil seiner künstlerischen Praxis. Er liefert keine endgültigen Lösungen, vielmehr Impulse – und mithin Denkanstöße. Das Subjektive äußert sich in seinen Bildern nicht ausschließlich in der individuellen Sicht auf die Außenwirklichkeit, es färbt auch unmittelbar seine Bildsprache, präziser: seine Ausdrucksweise.

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