Titel: Inszenierte Fotografie II , 1986

Manon

Bekannt geworden ist Manon durch eine Serie von Rollenspielen. Stets war sie Protagonistin ihrer fotografischen Schwarz-Weiß-Bilder, und die Rollenspiele drehten sich häufig um Fragestellungen erotischer und sexueller Natur. Weniger persönlich als die Suche nach dem Selbst, wie Toto Frima sie unternommen hat, noch so »vergegenständlicht« wie die Inszenierungen der Cindy Sherman, hielt Manons künstlerisches Werk, sowohl in der Realität als auch in der Fiktion angesiedelt, die Waage zwischen den beiden subjektiven Weltsichten. Mittlerweile hat die Künstlerin die Hinweise auf die konkrete Realität zurückgedrängt und die dokumentarische Rhetorik ihrer Bildsprache zugunsten einer primär ästhetischen verändert. Sie hat die starre Rollenfixierung der von ihr dargestellten Person (Personen) aufgebrochen und die serielle Rhythmik durch fließende sequentielle Übergänge ersetzt. Wichtiger als die gesellschaftliche Prägung ihrer Figur (Figuren) scheint uns jetzt der Zugriff der Zeit zu sein, dem sie unterworfen ist (sind). Nach wie vor verzichtet die Künstlerin auf Farbe in ihrer Fotografie und nach wie vor tilgt sie die Rückbindung an die Performance nicht.

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