Titel: Kunst und Geld , 2000

Heinz Zolper/Gruppe palazzo: Geldboden

Anlässlich der Ausstellung „Europa 79“ hatte die Kölner Gruppe „Palazzo“ (Heinz Zolper, Bernd Ackfeld, Michaele Gensmann) auf den Boden des Stuttgarter Künstlerhauses 10-Mark-Scheine im Gesamtwert von 40.000 Mark geklebt (verglichen mit der Preissteigerung der letzten 20 Jahre hätte dieses Geld heute eine Kaufkraft in doppelter bis dreifacher Höhe). Durch die Verwendung eines besonders starken Klebstoffes war es für die Ausstellungsbesucher nicht möglich, die Scheine unbeschädigt abzureißen – das Geld war „unrettbar“ verloren. Die Gruppe notierte dazu:

„1. Material, dessen Bezug jedermann zugänglich und einprägsam ist.
2. Die unserem Kulturstaat logische Verwandlung von Geldwert in Kunstwert.
3. Gegen die immerwährende Unterdrückung der Kunst und des Künstlers. Gegen organisierte und subventionierte künstlerische Äußerung.
4. Ein Symbol für die Autonomie der Kunst und den, zeitweise zumindestens, vorhandenen Freiheitsbegriff der künstlerischen Äußerung.
5. Die Möglichkeit der individuellen Reaktionen auf die Arbeit ,Geld'“.

Als konkrete Reaktionen dokumentierte „palazzo“ die euphorische Äußerung des Stuttgarter Galeristen Hans-Jürgen Müller („das größte Kunstwerk seit Marcel Duchamps ,Frau, die Treppe hinabsteigend“), Angebote zur „Erstellung ähnlicher Arbeiten in Privathäusern“, die Zolper und Co. trotz „horrender Honorarsummen“ jedoch wegen der „Einmaligkeit“ der Arbeit ablehnten, aber auch „tätliche Angriffe“ und Schmähungen, „es handele sich bei unserer Arbeit um entartete Kunst und man müsste uns vergasen“.

In den neunziger Jahren schuf Heinz Zolper eine Serie mit Computergrafiken, in denen Wirtschaftsstatistiken ad absurdum geführt wurden, etwa bei der Darstellung der Zunahme beim weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch von Mondamin.

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