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Ausstellungen: Bonn · von Reinhard Ermen · S. 342 - 343
Ausstellungen: Bonn , 1996

Reinhard Ermen
Helmut Federle

Kunstmuseum Bonn, 12.10.1995 – 21.1.1996

Das Kunstmuseum Bonn zeigt Helmut Federle. Voran gingen im Rahmen einer Reihe über grundsätzliche Positionen in der Malerei Palermo, Brice Marden und Raimer Jochims. Insgesamt 30 Arbeiten des 1944 in Solothurn geborenen Federle sind zu sehen; in einer Ausstellung, die alte Zeiten heraufbeschwört, als Museum und Massenandrang einander feindliche Begriffe waren. Denn diese konzentrierte Werkübersicht von 1977 bis 1995 ist an einem späten Freitag vormittag, gelinde gesagt, schlecht besucht. Federle, dessen künstlerischer Rang außer Frage steht, hat beim großen Publikum keine Konjunktur; und so kann der Enthusiast, allein beaufsichtigt von dem aufmerksamen Wachpersonal, ungestört durch die schönen Saalfluchten wandern. Nur an die etwas laute Klimaanlage muß er sich einige Zeit gewöhnen, dafür erscheint die Lichtsituation ideal. Je nach Wetterlage wird dem Tageslicht etwas Neon beigemischt.

Was an Federle unmittelbar beeindruckt, ist die selbstverständliche Nähe zu den Klassikern der amerikanischen Farbfeldmalerei, eine Nähe, die den Maler in keiner Weise gefährdet, sondern hebt. Helmut Federle reagiert womöglich heute noch auf Fragen, die schon von Rothko oder New-man gestellt wurden; seine “leisen Antworten” (Dieter Ronte) sind uneingedenk ihrer Wahlverwandtschaft zu den großen Grundsätzlichen anders, denn der Maler versucht primär mit sich selbst und dann erst mit der Geschichte ins reine zu kommen. Ihn einzugrenzen, zu katalogisieren fällt trotz oder gerade wegen seiner Konzentration auf die wesentlichen Dinge heute schwerer als noch vor wenigen Jahren. Das mag auch an der schönen, klaren Bonner Präsentation liegen, die sich auf die Tugend des Weglassens versteht. Ob Federle ein Maler der…


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