Titel: publish - IV. Publizieren als Schnittstellenfunktion · von Hannes Bajohr · S. 160
Titel: publish - IV. Publizieren als Schnittstellenfunktion ,
Titel: publish - IV. Publizieren als Schnittstellenfunktion

Holly Melgard

DIE ZUKUNFT IST NOCH NICHT PASSIERT

Ein Gespräch von Hannes Bajohr

Auf dem Tumblr-Blog, der für das experimentelle Publikationskollektiv Troll Thread als Homepage fungiert (trollthread.tumblr.com), verbirgt sich hinter dem Menüpunkt „About“ nur der enigmatische Slogan: „Troll Thread is Troll Thread.“ Wer mehr wissen will, muss sich die Werke der über fünfunddreißig AutorInnen, die als PDF kostenlos herunterzuladen oder als Print-on-Demand-Buch zu erstehen sind, selbst ansehen. Die Ablehnung einfacher Konsumierbarkeit und die formale Reduktion schon des Interface steht bei Troll Thread für ein Publizieren, die sich so weit wie möglich vom literarischen System ab- und dem der Kunst zugewandt hat. Und doch bleibt für Holly Melgard, Mitbegründerin von Troll Thread, der Bezug zur Literatur zentral. Mit einem Auge für die medialen Vorbedingungen aller Publikationstätigkeit und dem Festhalten an der „Buchkompetenz“ tritt sie im Interview für die Relevanz von Lyrik in ihrer größtmöglichen Breite gerade in postdigitalen Zeiten ein und berichtet von Troll Thread als einem Freiraum der Differenz.

Hannes Bajohr: Was ist Troll Thread und wie ist es entstanden?

Holly Melgard: Chris Sylvester gründete Troll Thread im Jahr 2011, als er seine Gedichte auf einem Tumblr-Blog veröffentlichte und sie sowohl als frei herunterladbare PDFs als auch als Print-on-Demand-Bücher über Lulu zum Kauf zur Verfügung stellte. Chris pries uns Troll Thread an, indem er sagte: „Das ist ein Ort, an dem wir unsere Gedichte veröffentlichen können, die niemand sonst haben will!“ Und diese Möglichkeit hat uns umgehauen. Hier war ein Publishing-Modell, dem wir noch nie zuvor in der Szene der kleinen Lyrik-Pressen…

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