Gespräche mit Künstlern ,

Andreas Schmitten

PLÄDOYER FÜRS UNSPRACHLICHE

Ein Gespräch von Magdalena Kröner

Der Bildhauer Andreas Schmitten, Jahrgang 1980, hat bei Georg Herold an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Er entwickelt hochstilisierte Inszenierungen hybrider Räume zwischen privater Zurückgezogenheit und öffentlicher Repräsentation, die aus dem Modell heraus formuliert werden oder sich direkt auf modellhafte Inszenierungen beziehen. Die bewußt kulissenhaft gestalteten Ensembles oszillieren zwischen Zeigen und Verbergen und den ambivalenten Gefühlen, die beides auslöst. In seiner Formen- und Materialsprache verweist das Werk auf die Semantik einer menschengemachten Welt, die sich jedoch jeder unmittelbaren menschlichen Präsenz entledigt hat. Andreas Schmittens Arbeit ist geprägt von einem markanten Gespür für die Eigenarten und Wirkungsweisen von Oberflächen und Texturen und für das Verhältnis von Betrachter, Skulptur und Umraum.

Magdalena Kröner: Was mir bei dir über die Jahre hinweg auffällt, ist die große Kontinuität: du hast schon während deines Studiums eine durchgängige Formensprache entwickelt, die einen hohen Wiedererkennungswert besitzt, aber zugleich Raum für Weiterentwicklung lässt. Du setzt charakteristische, unverwechselbare Materialien ein: matte, farbige Stoffe in einer kontrastreichen, abgetönten Farbpalette, die mit hochglänzenden Kunststoffen kontrastieren; gerundete, elegante Formen, die sich auf Art Déco oder Modernismus zu beziehen scheinen, dazu ein ausgeprägtes Gefühl für Oberflächenwirkung und den Hang zur perfekten, technischen Ausführung. Wie entstehen deine Ideen? Wie planst du deine Arbeiten? Und wie führst du aus, was du dir überlegt hast?

Andreas Schmitten: Ich würde sagen, die Ausgangsbasis meiner Arbeit bilden Gedanken oder Eindrücke, die teils sehr alt sind und lange zurückreichen, in die Zeit vor der Akademie, derer ich nicht müde werde. Sie bilden…

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von Magdalena Kröner

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