Ausstellungen: Dresden , 2011

Ingo Arend

Images of the mind

Hygienemuseum, Dresden, 23. 7. – 30.10.2011

Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern“. Für die Bibel ist die Sache klar. Es gibt einen Geist. Man muss sich ihn getrennt vom Körper vorstellen. Den offenbar auch der liebe Gott besitzt. Und wenn einer den blauen Planeten zur Heimstatt geistig mehr oder weniger begabter Menschen gemacht hat, dann offenbar diese immaterielle Substanz. Selbst wenn sie den Befehlen dessen folgte, was bekanntlich ganz am Anfang war: „das Wort“

Für den Rest der Welt ist die Sache weniger klar. Sonst hätte es nicht so viele Versuche gegeben, sich diese ominöse Substanz bildlich vorzustellen. Die naturgemäß zu keinem Ergebnis führen konnten. Der „Geist“ wird vermutlich niemals entdeckt werden. Schon gar nicht von sich selbst. Aber die spannende Dresdner Ausstellung „Images of the mind“ lässt dennoch sich wie ein Spiegel der verschiedenen Stadien menschlicher Selbstreflexion lesen.

Zu den naiven Anfängen dieses Prozesses lassen sich Bilder wie Albrecht Dürers „Melancholia“ von 1514 zählen, auf dem der Künstler noch als eine Art Schnittstelle kosmischer Einflüsse und melancholischer spiritueller Selbstbeseelung fungiert. Oder Rembrandt van Rijins „Selbstbildnis mit erstauntem Blick“ von 1630.

Bei ihnen vermittelt sich die Ahnung, dass es einen Geist geben könnte. Vor allem das Gesicht galt als Medium der unfassbaren Bewegungen, auf dem sich seine mentalen Repräsentationen wie auf einem Display vollzogen. Auf Rembrandts Selbstbildnis wirkt der alte Meister wie ein staunender Junge, der urplötzlich mit einer ungewohnten Situation konfrontiert ist.

Ein nicht…

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