Ausstellungen: Baden-Baden · S. 268
Ausstellungen: Baden-Baden , 1986

Johannes Meinhardt

Imi Knoebel

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 12. 4.-1. 6. 1986

Die Ausstellung, die Imi Knoebel selbst zusammengestellt hat, zeigt hauptsächlich neuere Arbeiten von 1982 bis 1986, dazu eine zusammenhängende Folge von Arbeiten (1985), die einen Ansatz von 1968 – 70 wiederaufgreifen: die ‚russischen Wände‘, die ‚Kreuze‘ und ‚Doppelkreuze‘, die aus 4, 5 oder 7 gleichgroßen quadratischen Platten in Schwarz und Weiß komplexere geometrische Figuren aufbauen. Die neueren Arbeiten zeigen sich deutlich unterschiedenen Gruppen zugehörig, die sich jeweils um einen bestimmten Komplex von einfachen Gegensätzen herum ordnen; denn alle Arbeiten sind so ausgewählt, daß sie auf formalen, optischen oder optisch-haptischen Gegensätzen aufgebaut sind (was bei Knoebel durchaus nicht immer der Fall ist). Diese Gegensätze sind dabei völlig kategorial eingesetzt, unter Nichtbeachtung der individuellen und konkreten Differenzierungen des Materials oder der Organisation; die einzelnen Gegenstände, Möbel, Hartfaserplatten und Räume erschöpfen sich weitgehend in solchen Entgegensetzungen, die dabei auf sehr verschiedenem Niveau stehen können. In solchem kategorialen Einsatz von Mitteln zeigt Imi Knoebel eine große Nähe zu seinem Lehrer Beuys.

Eine Gruppe von gehängten Tafeln, die durchnumeriert jeweils ‚Figur‘ (1985) betitelt sind, setzt eine Außenform des immer gleichen Formats 170×250 cm aus verschiedenen schwarz, weiß oder in einer Farbe lackierten rechteckigen Formen (auch Rand- oder Hüllformen) zusammen, die die Fläche nach geometrischen Gesichtspunkten ordnen. Die Gegensätze weiß/schwarz – Farbe; zusammengesetzte, aber einfache Gesamtform – komplexe, rechtwinklige Binnenformen; glatte, lackierte Fläche – nackte, gemaserte Fläche der Hartfaserplatte ordnen die Spannung dieser Tafeln. Die ‚Kreuze‘ dagegen bauen aus gleichen quadratischen Platten komplexere Teilformen in einer Farbe und noch…

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