Ausstellungen: Düsseldorf · von Claudia Posca · S. 424 - 424
Ausstellungen: Düsseldorf , 1996

Claudia Posca

Jürgen Drescher und Thomas Bernstein

»Eine Dialogausstellung«

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 10.2. – 14.4.1996

Was verbirgt sich hinter einer als Dialogausstellung bezeichneten Schau der Düsseldorfer Künstler Thomas Bernstein und Jürgen Drescher, die damit ihr erstes „größeres“ Debüt in der rheinischen Kunstszene geben? Und weiter – in welchem Medium findet der Disput zweier Kunstschaffender statt, die beide ihre Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie absolvierten? Auch steht die Frage im Raum, ob mit dem angesprochenen Dialog eine wie auch immer geartete Auseinandersetzung unter zwei Künstlern gemeint ist oder ob nicht von vornherein ein Dritter, Vierter oder Fünfter in Gestalt des Werkbetrachters im Gespräch ist. Mehr also, als um den alleinigen Austausch zwischen zwei künstlerischen Positionen, könnte es einer Dialogausstellung genausogut um die Ansprache weiterer Mitspieler im Kunstgeschehen gehen.

Am Horizont taucht so gesehen die Idee vom offenen Kunstwerk auf, bietet philosophisch-theoretischen Rückhalt und kann auf die institutionelle Präsentationsform selbst übertragen werden. Nicht länger ist die unabgeschlossene Struktur zeitgenössischer Kunst, en detail einzelner Werke, allein thematisch, sondern eben auch die Kunstausstellung als interaktives Forum.

Gewollt oder nicht, mehr oder minder betroffen – mit diesen Gedanken zum Konzept ist man mittendrin im Sinnanspruch der Düsseldorfer Kunstvereinsausstellung zum Thema zeitgenössischer Plastik. Und die praktiziert der 1955 geborene Jürgen Drescher auf seine Weise. Über drei Wände rundum laufend, hat er vom Boden bis zur Decke reichende, handbeschriebene Papierbahnen aufgebracht. Von links nach rechts gelesen, stellen sie die Begriffe Deko – Pose – Wertarbeit zur Rede, damit zugleich eine Hierarchie gesellschaftlicher, sozialer und/oder menschlicher Wertschätzung. Anders gesehen und…

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