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Ausstellungen: Düsseldorf · von Reinhard Ermen · S. 345 - 345
Ausstellungen: Düsseldorf , 1992

Reinhard Ermen
Jürgen Meyer

Konrad Fischer, Düsseldorf, 11.2. – 10.3.1992

Was an dem Maler Jürgen Meyer so fasziniert, ist gar nicht leicht zu sagen. Der Betrachter steht einer Malerei gegenüber, in der Farbgewicht und Geste zu einer machtvollen Konkretheit gefunden haben, nochmals unterstrichen durch das Kreisen um eine Farbe. Dabei hält Meyer sich von konzeptionellen Vereinheitlichungszwängen fern, er unterwirft seine schweren Farbtafeln nicht einer immer wiederkehrenden Geste. Die Ölfarbe wird nicht im Rahmen eines Systems zur Erscheinung gebracht. In die Reihe der neuen (gar „radikalen“) Farbmalerei mag man ihn, der noch vor einigen Jahren ein durchaus figürlicher Maler war, nicht einordnen. Diese wirklich freie Malerei verwirklicht sich mit einem ganzheitlichen Anspruch, hinter dem gelegentlich auch ein existentieller Zug zu liegen scheint. Vielleicht ist es aber dieses schwer faßliche Dasein, das an Meyers Arbeit letztendlich so fasziniert.

Konrad Fischer zeigt Jürgen Meyer an zwei Orten. Zu sehen sind jeweils mehrere in Format und Farbe identische Werkreihen, die konfrontiert werden mit Einzelarbeiten -, das kristallisiert sich jedenfalls bei der großzügigen Präsentation in der Platanenstraße als Prinzip heraus. Drei fleischfarbene 255 x 150 cm große Tafeln rücken so zusammen und laden dazu ein, sie als einzelne Individuen zu betrachten, in denen sich die Farbmasse mit einem schweifend, fließenden Gestus zum „Bild“ schließt. In der Tat kann man hier von „Bildern“ sprechen; die Konkretheit des Farbreliefs (bei Meyer gibt es keine Illusionstiefen) wird selbst zu einem Gegenstand, der (nur) Abbild seiner selbst ist: monochrom (Maler, wie Jürgen Meyer lieben das schöne Wort „monochrom“ nicht, weil sie sich…


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