Ausstellungen: Düsseldorf , 1987

Dirk Schwarze

K. H. Hödicke

Gemälde, Skulpturen, Objekte, Filme
Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, 15.8.-21.9.1986
Städtische Kunsthalle Mannheim, Februar-März 1987
Städtische Galerie Wolfsburg, Wolfsburger Kunstverein, 1987

Es spricht manches dafür, daß einige der stärksten Impulse zur Neubelebung und Weiterentwicklung der figürlichen Skulptur in den 80er Jahren von den Malern ausgehen. Dabei liegt die Stärke dieser Beiträge darin, daß nicht einfach auf der Leinwand herausgebildete Körper in den Raum übertragen werden, sondern daß der Wechsel zur Plastik aus der Reibung an der Fläche, an der Malerei, erfolgt. Das gilt für Baselitz, Penck und Kirkeby ebenso wie für K. H. Hödicke.

Seine Skulpturen bildeten die größte Überraschung der repräsentativen Werkschau, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) dem 48jährigen Hödicke eingerichtet hatte. Die Ausstellung wandert im Frühjahr 1987 weiter in die Kunsthalle Mannheim und die Städtische Galerie Wolfsburg.

Die Aktionsplastik „Kalter Fluß“ mag zwar beim Publikum die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, innerhalb der Ausstellung markierte sie aber nur einen der vielen weit auseinanderliegenden Grenzpunkte, die der in Berlin lebende Hödicke im Laufe seines mehr als 20jährigen Schaffens durchschritten hatte. Eine neue Sicht auf Hödickes Werk eröffnen dagegen die seit 1985 entstandenen Skulpturen, die mit einer erstaunlichen Kraft und Sicherheit als Mahn- und Wegzeichen vollplastisch durchformuliert sind. Die jüngste Arbeit, die 210 Zentimeter hohe Bronze „Wegweiser“, besteht aus einem hochgestreckten Arm, in dessen Hand ein zweiter Armstumpf gelegt ist. Aus zwei Signalen der Verletztlichkeit ist der Ansatz einer Kreuzform entstanden, ein körperhaftes Mahnmal aus sehr sinnlichen und spielerischen Formen. Hödickes Skulpturen sind fest gebaut und lassen aus…

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