Ausstellungen: Baden-Baden , 1987

Hanne Weskott

Magdalena Jetelová

Kunsthalle Baden-Baden, 18.10.-16.11.1986

Magdalena Jetelová ist seit gut einem Jahr deutsche Staatsbürgerin und seither immer auf Reisen. Ob London, Bristol, Hamburg, Sydney, München, New York und im kommenden Jahr Kassel, überall sind ihre Arbeiten als willkommene Raumakzente gesucht und werden als betont eigenständige Setzung im internationalen Rahmen begrüßt. Sie arbeitet vielfach an Ort und Stelle, weil ihr eine dauerhafte Bleibe in der Bundesrepublik noch fehlt. Als sich Jochen Poetter, der neue Leiter der Kunsthalle Baden-Baden, entschlossen hatte, die Reihe der von ihm selbst initiierten und konzipierten Ausstellungen mit Magdalena Jetelová zu eröffnen, knüpfte er nicht nur an sein bisheriges Betätigungsfeld München an, sondern konnte sich auch des überregionalen Interesses sicher sein. Mit dem „Boban“ hat Jetelová den großen, zart stuckierten Hauptraum der Kunsthalle in einer nur ihr eigenen und unverwechselbaren Weise besetzt. Kraftvoll und labil zugleich greift er aggressiv in den Raum hinein und ruht doch schwerfällig in sich selbst. Mit seinen das menschliche Maß übersteigenden Dimensionen von 350 x 400 x 350 cm wirkt er nie monströs oder gar beängstigend und entspricht schon in diesem Punkte Jetelovás Intentionen bei der Arbeit. Ausgangspunkt für sie sind einfachste Grundthemen, die den Menschen betreffen. Daraus entstehen ihre überdimensionierten „Möbel“ oder vergleichsweise winzigen Häuser ohne jeglichen Gebrauchswert. Die von ihr gemeinten Inhalte lassen sich in extremer Vergrößerung oder Verkleinerung unmißverständlicher ausdrücken als in „angemessenen“ Dimensionen. Auch die grobe Bearbeitung entspringt ganz dem Wunsch nach einer Grundaussage. Ihre so gefundenen und geschaffenen Bilder sind dann ein auf der Platte liegender Tisch, der seine…

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