Titel: Insel Austria , 1987

Karl Hikade

geb. 1942 in Wien, lebt in Wien

Was uns reizt und zugleich fasziniert, zugegebenerweise etwas fremd anmutet, ist jene zurückhaltende, von den verwendeten Schlagworten sich anbietende, kühle englische Poesie in seinen Werken. Es ist ein eigener Blick, eine eigene Perspektive, mit der er auf die Welt schaut. Und lange Jahre fiel dieser Blick des Karl Hikade von oben auf die Welt, wenn er, wie öfter im Jahr, zwischen Wien und London mit dem Flugzeug reiste und von diesem aus auf Land und Meer herabsah. In diesen Jahren malter er seascapes, wie er diese Blicke zum Unterschied von Landschaften – landscapes – nannte. Es waren helle Bilder, aus deren lichtgrauen Flächen sich Inseln aus vegetabilen Strukturen verdichteten. Zarte Striche von erdigem Braun oder wie dem Grün des Grases ließen diesen Formen, die auch Hügeln glichen, entstehen …

Gemalt wird in mehrerer Hinsicht, denn einmal ist es die Farbe, die streifig oder flächig auf die Leinwand aufgetragen und nun in den, durch das Ausschneiden bestimmten Formen im Bild wirksam wird. Das heißt mit anderen Worten, Hikade malt zuerst auf der Leinwand, und er malt im übertragenen Sinn zum zweiten Mal durch das selektive Aneinanderreihen der Farben auf den ausgeschnittenen Formen. Und zum Dritten ergibt sich für ihn die Möglichkeit des Übermalens oder Überzeichnens der erstellten Collage.
Wilfried Skreiner (1986)

When I am in the painting I am not aware of what I am doing. It is only after a sort of get acquainted period that I see what I have been about. I have…

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