Ausstellungen: Wuppertal , 2017

Klaus Rinke DERZEIT – Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben

Skulpturenpark Waldfrieden 25.03. – 25.06.2017

von Claudia Posca

Groß, größer, riesig: Die surreal überdimensionale Bahnhofsuhr, die Klaus Rinke im traumschönen Glaskubus der Wuppertaler Craig-Foundation/Skulpturenpark Waldfrieden installiert hat, misst 3,40 Meter im Durchmesser. Das Ur-Biest beherrscht die Szene, macht Gänsehaut. Selbst Alice im Wunderland hätte Respekt. Die Uhr-Skulptur ist groß wie ein Haus, jeder Zeiger ist größer als Sie und ich.

Angesichts solcher Machtpräsenz ist klar: Es geht um die Vermessung der Welt. Und: Es geht um Zeit unterschiedlichster Herkunft. Was zum einen jene Naturzeit betrifft, wie sie gerade durch die Wuppertaler Glaswände, aber auch sonst ins Leben rein kriecht. Und es geht um uns, die wir, umgeben von Urbanität und Natur, unsere je eigene Zeit mitbringen. Beides betreffend zeigt die gigantisch große Uhr: Zeit, die, während sie rund geht, vergeht, – Stunde für Stunde, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde. Das Urgetüm zählt uns zum Bilde runter, was, so buchstäblich unfassbar es ist, es doch andererseits ausgesprochen konkret unser Leben bestimmt: Zeit.

Zweifellos: Wir sind in die Zeit gestellt. Auf der „Biennale des Jeunes“ hatte es Klaus Rinke 1972 mit seiner One-Man-Performance pointiert: „Sich in die Jetzt-Zeit stellen“, – das paradigmatische Kunstevent hat bis heute Gültigkeit.

„DERZEIT – Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben“ heißt die retrospektiv orientierte Schau des internationalen Granden der Sparte Zeit-, Performance-, Aktions- und Wasserkunst, der sich als universeller Künstler selbst davor bewahrt in eine Schublade gesteckt zu werden. Mit acht, zum Teil Raumfüllenden Werken, verteilt auf die…

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