Magazin: Medien , 2001

Andreas Denk

Leuchtfeuer im Chaos

Das Netz- und Medienkunstarchiv rhizome.org

Die große Freiheit des Internets ist zugleich seine große Beschränkung. Um in der schier unübersehbaren Vielfalt von Informationen, Bildern und Meinungen Strukturen zu bilden, reichen Suchmaschinen nicht aus. Stattdessen richtet man – schließlich sogar über Gilles Deleuze und Félix Guattari medienphilosophisch begründbare – „Portale“ und „Plattformen“ ein, von denen aus ein gezielter Zugang zu sachgruppenorientierten Themen möglich ist.

Auch die Idee von rhizome (www.rhizome.org) liegt hier begründet: Mark Tribe (33), der 1996 diese Plattform für Medien- und Internetkunst ins Leben rief, versteht rhizome als Online-Gemeinschaftsraum für all jene, die sich für zeitgenössische Medienkunst interessieren. Entsprechend fungiert die Plattform als Zentrum und Ausgangspunkt verschiedener Aktivitäten: Sie bietet Zugang zu neuen Medienkunstwerken, will den kritischen Dialog zur Medienkunst fördern, sie gleichzeitig archivieren und damit für die Zukunft sichern. Die klare Struktur der Plattform und ihre zunehmende Funktion als Diskussionsort haben ihr in den fünf Jahren ihres Bestehens enormen Zulauf und große Akzeptanz eingetragen: Neben „The Thing“ des deutschen Künstlers Wolfgang Staehle gilt rhizome als bedeutendste Anlaufstation für Netz- und Medienkunstinteressierte. Die Reihe der internationalen Berater bestätigt dies: Vor allem das Institut für neue Medien in Berkeley und das MIT in Boston pflegen besonders enge Kontakte zu den Plattformbetreibern.

Ein Einstieg in die Angebote von rhizome, ist „fresh“: In dieser Rubrik finden sich stets drei neue Texte oder Projekte zur Medienkunst, die Mitglieder der rhizome-community verfaßt haben. Derzeit liest man dort Lev Manovichs Ausführungen über die „Sprache der neuen Medien“ und findet Ausführungen und links zum „Tekken Toruture…

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