Magazin: Museen & Institutionen · von Petra Unnützer · S. 469
Magazin: Museen & Institutionen , 2001

Petra Unnützer

LISTEN im Kunstmuseum Bonn

Rätselhaftes Flüstern und ein beinahe leerer Ausstellungsraum mit einem einzelnen Monitor erweckten die Neugier so manchen Besuchers im Kunstmuseum Bonn. Der Monitor zeigte nur ein einziges Bild: LISTEN forderte die schwarze Schrift auf weißem Bildschirmgrund. Irritiert vermerkt der Besucher, dass er durch das Betrachten, Lesen auf das Hören verwiesen wird. Vorher hatte er beim Betreten des Raumes eine sehr leise und örtlich begrenzte Klanglandschaft passiert, die von zwei den Eingang flankierenden, auf Kopfhöhe gebrachten Lautsprechern aufgespannt wurde. Manchmal konnte man ein geflüstertes „…listen…“ aus der vielschichtigen Klangtextur heraushören. Die akustische Eingangspassage signalisierte den Eintritt in eine andere Umgebung. Hatte man sich dann in dem karg ausgestatteten Raum eine Weile aufgehalten, spürte man, dass sich die Prioritäten der Wahrnehmung zum Hören hin verschoben. Es ging aber nicht nur um das einfache Hören, sondern eher um die Fähigkeit des „paying attention to sound“ wie John Cage es ausgedrückt hat, um eine Sensibilisierung des Hörsinnes und daraus folgend ein intensiveres Hörerlebnis, das aber nicht zielgerichtet, linear, sich an einem vorgegebenen Zeitablauf orientiert, sondern individuell, frei, sich dem Zufall ausliefert.

Man assoziiert einen dichten Vorhang von Tönen, eine akustische Eingangsschwelle, die den Eintritt in eine neue Umgebung signalisiert. Hat man sich im dem karg ausgestatteten Raum eine Weile aufgehalten, spürt man, dass sich die Prioritäten der Wahrnehmung zum Hören hin verschieben. Hier geht es nicht nur um das simple normale Zuhören, sondern eher um die Fähigkeit des „paying attention to sound“ wie John Cage es ausgedrückt hat, um eine Sensibilisierung des…

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