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Ausstellungen: Kassel · von Dirk Schwarze · S. 307 - 309
Ausstellungen: Kassel , 2010

Dirk Schwarze
Monitoring 2010

Kasseler Kunstverein und Filmladen, 9. – 14.11.2010

Das Kasseler Dokumentarfilm- und Video-Fest, das jetzt zum 27. Mal organisiert wurde, hat sich zu einer guten und zuverlässigen Basis für eine Medienausstellung entwickelt, in der vorrangig Video-Arbeiten und –Installationen gezeigt werden. Parallel zum Filmfest hat die Ausstellung „Monitoring“ schrittweise international an Ansehen und Wertschätzung gewoinnen. Aus rund 330 Bewerbungen wurden von einer Jury14 Installationen ausgesucht, die in den Räumen des Kunstvereins und des Kasseler Kulturbahnhofs präsentiert wurden.

Die Ausstellung bewegte sich auf einem gewohnt hohen Niveau, wenn auch die Brisanz der Arbeiten mehrheitlich nicht so groß wie im Vorjahr war und wenn sich die Innovationen in Grenzen hielten. Vielleicht würde eine selbstkritische Überprüfung der Frage, wo heute die schöpferische Kraft der Video-Kunst liegt, weiterhelfen. Denn aus heutiger Sicht wirken die Werke der Video-Pioniere aus den 60er-Jahren in ihrer Radikalität unübertroffen.

Die Video-Kunst hat in die Ausstellungswelt eine Ebene zurückgebracht, die lange Zeit verloren schien – die Erzählung. „Monitoring 2010“ bestätigt diesen Eindruck massiv: Zwölf der 14 Arbeiten setzen auf die Erzählung. Und bei diesen Geschichten wiederum überwiegen jene, die sich um Beziehungen und Befindlichkeiten drehen. Es dominiert das Persönliche, das Private.

Am überzeugendsten wirken solche Beiträge, die ins Absurde übersteigert werden oder die ins Surreale abgleiten. Ein vorzügliches Beispiel dafür liefert Anja Saran (Kassel), die in einer Doppelprojektion („Das Wachtel-Starter-Set“) erzählt, wie sich eine junge Frau liebevoll und mütterlich um Wachtelküken kümmert, die sie in ihrer Wohnung ausgebrütet hat und nun groß werden lässt. Diese Mütterlichkeit kippt allerdings…


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