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NACHRICHTEN

MUSEEN

Die STAATSGALERIE STUTTGART feiert ihr 175jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum bekam sie zahlreiche Schenkungen, und zwar insgesamt 21 Werke. „Darunter sind zeitgenössische Arbeiten wie das Gemälde Raum 624, 2010 von Ben Willikens und ein Aquarell von 2017 der Frankfurter Künstlerin Anke Röhrscheidt ebenso wie ein Geburtstagspräsent der Freunde der Staatsgalerie, ein Pendant zu einem bereits vorhandenen Werk von Filippo Falciatore, der Piratenüberfall (1735/40) und Graphiken von Willi Baumeister.“ In der ständigen Sammlung sind derzeit 908 Werke ausgestellt; rund 12.000 Abb. Können auch online abgerufen werden.

Das MÜNCHENER HAUS DER KUNST machte in letzter Zeit nicht immer positive Schlagzeilen. „Erst gab es massive Geldprobleme, dann kam es wegen der Nähe von Angestellten zu Scientology in die Schlagzeilen. Schließlich wurden Fälle sexueller Belästigung bekannt“, fasste RP-Online schon im Februar 2018 zusammen. Die finanziellen Schwierigkeiten gibt es ein halbes Jahr später immer noch, wegen „Managementfehlern in der Vergangenheit“, wie jüngst in einer Pressemitteilung eingeräumt werden musste: so Ausstellung mit Joan Jonas, einer Pioniewurde die für den Herbst 1018 geplante rin der Video- und Performancekunst, abgesagt, weil „alle Bemühungen, eine Finanzierung der Ausstellung in letzter Minute sicherzustellen, nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt haben“. Andere Ausstellungen finden wie geplant statt, so ab September 2018 eine Jörg-Immendorff-Retrospektive und bis zum 7. Oktober 2018 die Ausstellung „Umbrüche“ von Vivan Sundaram.

Im Oktober 2018 beginnen die Renovierungsarbeiten am CENTRE POMPIDOU IN PARIS; sie dauern rund ein Jahr bis September 2019. Das Museumszentrum wurde nach Plänen der Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini errichtet und 1977 in Betrieb genommen. Nach über 40 Jahren muss nun die Außen-Rolltreppe überholt werden; zudem wird der Haupteingang modernisiert und erweitert. Für die gesperrte Rolltreppe will man zeitweise Fassaden-Aufzüge einsetzen. Während der Umbaumaßnahmen bleibt das Museum für die Öffentlichkeit zugänglich.

Manfred und Ingrid Rotert haben dem MÜNSTERANER LWL-MUSEUM FÜR KUNST- UND KULTUR Ihre Sammlung von rund 150 Beuys-Multiples geschenkt. Zu diesen Auflagenobjekten gehören u.a. der Filzanzug, die Capri-Batterie von 1985 und das au-s fünf Filmspulen bestehende Objekt „Das Schweigen“ von 1973. Die Sammlung wird im Museum vom 29.09.2018 bis zum 29.09.2019 vorgestellt.

Das KUNSTHAUS ZÜRICH zeigt in den kommenden Monaten selten oder nie gezeigte Werke. Bis Mai 2019 werden 14 großformatige Installationen u.a. von Bruce Nauman, Susann Walder und Dennis Oppenheim vor den Augen des Publikums konservatorisch analysiert, bei Bedarf restauriert und dann ausgestellt. Ein Schaulabor im Erdgeschoss ist jeden Dienstag einsehbar. Die Restaurierungsabteilung erläutert ihre Arbeit und publiziert neue Erkenntnisse zu den Installationen auf Informationstafeln. Am Ende dieser Ausstellungsphase soll entschieden werden, „ob die zwischen 1965 und 2010 entstandenen Werke den Test für die dauerhafte Ausstellung im erweiterten Kunsthaus bestanden haben.“

Seit nunmehr 25 Jahren führt der KASSE-LER KUNSTVEREIN seine Ausstellungen im Museum Fridericianum durch. Nur zu Documenta-Zeiten muss der Kunstverein auf die Nutzung der Räume verzichten. ZUM JUBILÄUM ist auf einem Vielfachen der sonst üblichen Ausstellungsfläche ein Querschnitt durch die aktuelle Kunst Thailands zu sehen. Der Titel „Absurdity in Paradise“ spielt „mit dem Paradox des paradiesischen Sehnsuchtsorts Thailand“. Dreizehn Künstler analysieren mit Installationen, Videoarbeiten und Fotokunst das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, Religion, Gesellschaft und Individuum.

Die Rur (niederländisch Roer) entspringt in der Provinz Lüttich und durchfließt dann die Eifel, bis sie bei Roermond in die Maas mündet. Ihr Wasser ist besonders weich, weshalb sich ab dem 16. Jh. vor allem im Raum Düren Papiermühlen und -fabriken ansiedelten. Ein 1939 gegründetes DÜRENER PAPIERMUSEUM wurde 1944 zerstört und erst 1978 wieder neu eingerichtet.

Es wurde jetzt inhaltlich neu gestaltet und um einen Neubau ergänzt, der im September 2018 eingeweiht wurde. „Für die Gestaltung des neuen Papiermuseums und seiner Dauerausstellung zeichnen der mehrfach prämierte Kölner Architekt Klaus Hollenbeck und sein Team verantwortlich: Die architektonischen Schwerpunkte liegen im modernen Anbau, einer attraktiven Außenfassade, die Bestand und Neubau miteinander verbindet… Dabei präsentiert sich die Dauerausstellung gestalterisch vollständig überarbeitet und neustrukturiert.

KULTURPOLITIK

Die 1969 gegründete REGATTA BARCO-LANA findet vom 5. bis 14. Oktober das 50. Mal bei Trieste statt. Mit rund 2.000 Booten ist es eines der größten Segelevents weltweit. In Zusammenarbeit mit illy caffè wird jedes Jahr ein Poster zur Veranstaltung von einem/r Künstler*in designed, dieses Jahr von MARINA ABRAMOVIĆ. Darauf hält die Künstlerin eine große weiße Fahne in der Hand, auf der steht „We’re all in the same boat“ (Wir sitzen alle im selben Boot). Nun wurde Kritik laut, das Poster sei zu politisch: Trieste’s stellvertretender Bürgermeister, Paolo Polidori (aus der rechten Lega Partei), kommentierte dazu auf Facebook, es sei inakzeptabel, dass damit einem Event, welches der ganzen Stadt gehöre, eine politische Propaganda übergestülpt werde. Barcolana gibt zu dem Poster bekannt, es handele sich um eine ganz einfache Aussage, die jeder für sich auch anders interpretieren würde, die aber besage, auch in verschiedenen teilnehmenden Booten segeln alle auf demselben Planeten, den wir alle als eine Crew schützen müssen. Der Präsident der Barcola und Grignano Segel Company, Mitja Gialuz sagte außerdem: „auf seinem reinsten Level fördert die Regatta den Geist der Seefahrer und schließt Respekt, Unterstützung und Aktion für die Umwelt ein.“ www.barcolana.it

Die beiden Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth und Erhard Grundl, initiierten die BRÜSSELER ERKLÄRUNG FÜR KÜNSTLERISCHE FREIHEIT UND GEGEN KUNSTZENSUR. Angesichts des Erstarkens rechtsnationaler Kräfte in Ungarn, Polen und Österreich, die versuchten, „die Kreativszene für ihre Zwecke einzuspannen“, seien das „Recht auf freie Meinungsäußerung, die Vielfalt und die Freiheit der Kunst in Europa … in Gefahr“, heißt es in der Petition, die auf der Internet-Plattform Change.org veröffentlicht wurden. Auch in Deutschland gäbe es Vertreter „rechtsnationaler und konservativer Parteien“, die versuchten, „demokratische Werte und die Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenlebens mithilfe von Kultur und Kunst zu zerstören.“ Schließlich hatte der AfD-Politiker Marc Jongen verkündet: „Es wird mir eine Freude sein, die Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff zu nehmen“. Erstunterzeichner der Petition sind u. a. der Entertainer Hape Kerkeling, der Schriftsteller Wladimir Kaminer, die Musikerin Inga Humpe und Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die DOCUMENTA 2017 schloss mit einem millionenschweren DEFIZIT ab. Zu der Frage, die Verantwortlichen dabei mit dem Geld in einer Weise umgegangen sind, die den STRAFTATBESTAND DER UNTREUE erfüllt hätte, ging die Kasseler Staatsanwaltschaft mit Ermittlungen gegen vier Verantwortliche nach. Den Strafantrag dazu hatten Politiker der AfD-Fraktion im Kasseler Rathaus gestellt. Wie die HNA-Hessisch-Niedersächsische Allgemeine berichtete, richteten sich die Ermittlungen auch gegen die frühere Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff. Ein solcher Anfangsverdacht habe sich jedoch nicht bestätigt, hieß es schließlich; die ERMITTLUNGEN WURDEN DARAUFHIN EINGESTELLT. Weder diese Ermittlungen noch die die Begutachtung der Unterlagen durch eine Wirtschaftsprüfung hätten „ausreichende Anhaltspunkte“ dafür ergeben, dass der Documenta-Etat zweckwidrig verwendet worden sei. Der ehemalige OB Bertram Hilgen ließ verlauten, er habe nichts anderes als die Einstellung des Verfahrens erwartet. Das Defizit war vor allem durch den zweiten Documenta-Standort Athen entstanden. Der Blogger Hartmut Barth-Engelbarth und andere linken Kräfte hatten dies als „EU-Kulturimperialismus“ kritisiert; andere Kritiker hatten Bargeldtransfers von Kassel nach Athen als dubios empfunden, die jedoch nur deshalb vorgenommen wurden, weil zu jener Zeit im griechischen Bankenwesen Abhebungen oder Überweisungen von Konten limitiert waren. Annette Kulenkampff hatte jedenfalls immer betont, dass alles korrekt abgelaufen sei. Dass ausgerechnet die AfD einen Strafantrag stellte, hat wohl etwas mit der grundsätzluchen Haltung der Partei zur zeitgenössischen Kunst und zur Kulturpolitik zu tun: Kasseler AfD-Politiker hatten auch die Obe-lisk-Skulptur des Künstler Olu Oguibe angefeindet.

Die 8. WESTFÄLISCHE KULTURKON-FERENZ findet am 4. Oktober 2018 in Gütersloh statt. Schwerpunktthema sind diesmal die sogenannten ländlichen Räume: „Unter dem Motto „Stand – Land – Sicht“ stehen Herausforderungen der Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Peripherie, Stadt und Land, urbanen und ländlichen Räumen und die Erreichbarkeit von Kunst und Kultur im Mittelpunkt.“ Infos: https://kulturkontakt-westfalen.de/

HOCHSCHULEN

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek führt in Kooperation mit der HOCHSCHULE FÜR GRAFIK UND BUCHKUNST LEIPZIG bis zum 6. Januar 2019 eine Ausstellung „ZEICHEN ALS WAFFEN“ durch. Kuratoren sind Günter Karl Bose, Felix Holler, Jaroslaw Kubiak und Daniel Wittner. „Um politische Handlungen zu erzwingen, setzen gewaltbereite Gruppen auf die Macht der Medien genauso wie auf Sprengstoff und automatische Gewehre. Die Ausstellung stellt das Emblem der Roten Armee Fraktion (RAF) aus fünfzackigem Stern, Maschinenpistole und den drei Buchstaben in einen zeithistorischen Kontext und unternimmt den Versuch einer Dekonstruktion der Bildwortmarke … Heute ist diese grafische Hinterlassenschaft der RAF längst auch zur Pop-Ikone geworden … Für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum ist das Thema der Ausstellung ein prominentes Beispiel dafür, dass ‚die Werkzeuge der Kommunikation – Zeichen, Buchstaben, Bilder – nicht neutral sind, sondern immer schon Deutungen der Wirklichkeit transportieren‘, wie Stephanie Jacobs, Leiterin des Museums, zusammenfasst.“

DOUGLAS GORDON, BJØRN MELHUS, GREGOR SCHNEIDER UND LUC TUY-MANS wurden in der Sparte Bildende Kunst als Mitglieder neu in die BERLINER AKADEMIE DER KÜNSTE aufgenommen. Die Nominierung von neuen Mitgliedern erfolgt aus den Künstlerkreisen; einmal im Jahr stimmen dann die Mitglieder in der jeweiligen Sparte über die Neuzugänge ab. Als „Gelehrtengesellschaft“ ist diese Akademie ist eine der ältesten in Europa; ihre Tradition reicht bis 1696, d. h. bis in die Zeit des Preußen-Königs Friedrich I. zurück. In ihrer jetzigen Struktur ging die Akademie 1993 aus einer Fusion der ehemaligen Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik und der Westberliner Akademie der Künste hervor. Ihre Aufgaben bestehen u. a. in der Pflege des kulturellen Erbes, der Beratung der Bundesinstitutionen in Angelegenheiten der Kunst und Kultur und der kulturellen Repräsentation des Gesamtstaates.

Die STAATLICHE KUNSTAKADEMIE KARLSRUHE führt zum Wintersemester 2018/19 einen NEUEN STUDIENGANG INTERMEDIÄRES GESTALTEN ein. Das Lehrangebot richtet sich an „Lehramtsstudierende, die kein zweites wissenschaftliches Hauptfach studieren möchten. Statt sich parallel an einer Universität einzuschreiben, besteht nun für die Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, ihre künstlerischen Studien an der Kunstakademie Karlsruhe zu intensivieren und sich zugleich für den künftigen Lehrberuf breiter aufzustellen. In Kooperation mit der Fakultät für Architektur des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurde ein auf die besonderen Vorteile des Standorts Karlsruhe abgestimmter Teilstudiengang entwickelt, der die Dimensionen Raum und Zeit als künstlerische Form und als gesellschaftliches Phänomen in den Mittelpunkt stellt und dabei Methoden künstlerisch forschenden Lernens und Lehrens zur Anwendung bringt …“ Nähere Informationen zu dem neuen Studiengang erteilt Christina Griebel unter christina.griebel@ kunstademie-karlsruhe.de

RAPHAEL SBRZESNY ist neuer HFK-PROFESSOR für „Kreation und Interpretation mit den Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept“ an der HfK Bremen. Im Oktober feiert der Zweiunddreißigjährige seinen Antritt mit der Eröffnung der derzeit entstehenden ‚Interpretenkammer‘ – zugleich Laboratorium, Experimentierbühne und Werkstatt an der Schnittstelle von Musik und Kunst …“

BIENNALEN

Paolo Baratta, der Präsident der Biennale, und der Kurator Ralph Rugoff, gaben das Konzept und den Titel für die 58. BIEN-NALE VENEDIG 2019 (11.05 bis 24.11.) bekannt: „May You Live in Interesting Times“ („Mögest du in interessanten Zeiten leben“). Laut Veranstaltern bezieht sich dieser Titel auf einen vermeintlichen chinesischen Fluch, der mit „interessanten Zeiten“ Unsicherheit, Krise und Aufruhr in Verbindung bringt und den Sir Austen Chamberlain 1930 in einer Rede mit den Worten einband: „There is no doubt that the curse has fallen on us, we move from one crisis to another. We suffer one disturbance and shock after another.“ Dazu erklärte Rugoff, diese Beschreibung Chamberlains und seine Nutzung des Spruchs passe auf fast unheimliche Weise in unsere heutige Zeit, in der wir Krise über Krise in den Nachrichten zu sehen bekommen. Die Biennale soll keinem Thema in dem Sinne folgen, sondern einen generellen Ansatz über das Machen von Kunst, das Potential von Kunst, in das zu blicken, wovon wir noch nichts wissen und die soziale Funktion von Kunst betonen. Der 60jährige, gebürtige New Yorker ist seit 2006 Direktor des Londoner Musems Hayward Gallery und kuratierte 2015 die Biennale in Lyon. Martin Puryear wurde ausgewählt, im USA-PAVILLON AUF DEM GUARDINI-GELÄNDE VENEDIGS 2019 seine Kunst zu zeigen. Dazu wird der 77 Jahre alte Bildhauer mit der Hilfe von Schülern zweier Schulen in New York und Venedig Werke erstellen. Puryear arbeitet vorwiegend mit Holz, Teer, Stein und rohem Leder. In Sierra Leone lernte er traditionelle Holzbearbeitungstechniken kennen, und so verbindet er bis heute die Ausgestaltung seiner Skulpturen mit traditionellen Handwerkstechniken. Stilistisch umfasst seine Formensprache geometrische und organische Chiffren. 1992 nahm er an der Kasseler Documenta teil; 2007 hatte er eine umfangreiche Retrospektive im MoMa New York. 2011 wurde Puryear die Medal of Arts verliehen.

Mit dem Gründungsdatum 1951 ist die BIENNALE VON SÃO PAULO (7. September bis 9. Dezember 2018) die zweitälteste und weltweit zweitgrößte Veranstaltung dieser Art und nach der Biennale von Venedig. Wie in Venedig, so gibt es auch hier eine zentrale Ausstellung und Projekte von Länderkuratoren. In diesem Jahr umfasst die Ausstellung im Biennale-Pavillon zwölf individuelle Projekte und sieben kollektive Beiträge, die von Künstler- Kuratoren durchgeführt werden. Zu den individuellen Projekten gehört u.a. „Aos nossos pais“ (Zu unseren Eltern) von Alejandro Cesarco als Statement einer „Anerkennung der Vergangenheit und ihrer fortdauernden Präsenz in der Gegenwart“. Es geht dabei um „Urbeziehungen“ und um den „Aufbau einer Genealogie“. Mit „O pássaro lento“ (Der langsame Vogel) konzipiert Claudia Fontes ein „fiktives Buch“ mit Annäherungen zwischen bildender Kunst und Literatur.

Die MEDIATIONS BIENNALE POZNAŃ hat bereits in der Vergangenheit mit renommierter Künstlerliste und aktuellen Themen auf sich aufmerksam gemacht. Das ist auch bei ihrer sechsten Ausgabe nicht anders. In diesem Jahr hat Gründungsdirektor Tomasz Wendland seiner Schau mit mehr als fünfzig nationalen und internationalen KünstlerInnen den poetischen Titel „Virtual Garden“ gegeben. In ihr wird es um die Begegnung von digitaler und analoger Kunst gehen und um den Versuch einer Bilanzierung, was sie für den Menschen leisten kann. Eine Besonderheit wird sein, wenn die Biennale mit ihren Werken in die Hallen der Poznań Game Arena einzieht, der größten Computerund Spielemesse Zentraleuropas, wo sie inmitten des kommerziellen Spieleangebots mit einem Sound Art Programm und einer interaktiven und performativen Ausstellung auf sich aufmerksam machen will. Daneben bietet die Biennale in Poznań noch eine Fülle weiterer Spielstätten an, darunter wie zuvor schon das schöne Diözesan-Museum und neue Orte wie den imponierenden, zum Kunstinstitut umgebauten, alten Schlachthof der Stadt. Die Schau wird von zahlreichen Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden begleitet. Neben Tomasz Wendland sind Patryk Lichota, Artur Klosiński, Aleksandra Lison, Ho Weiming und Pronoia Pon Kuratoren der Biennale. Zu ihr werden, gemessen am Ergebnis der vorangegangenen Jahre, etwa 70.000 BesucherInnen aus dem In- und Ausland erwartet. Sie eröffnet am 11.10.2018 und schließt am 30.10.2018 „Imagined borders“ ist das Leitthema der 33. GWANGJU BIENNALE (bis 11. November 2018). Der Titel bezieht sich auf die Biennale 1995, die unter dem Motto „Beyond the borders“ stattfand. Geleitet wird die jetzige Gwanju Biennale von einem elfköpfigen Kuratoren-Team. Sie reflektieren zusammen mit den eingeladenen Künstlern die aktuelle Situation „des Wandels und der Ungewissheit“. Der Begriff „Grenze“ ist hier nicht rein politisch oder geografisch zu verstehen, sondern in einem komplexeren Sinne, auch als Grenzen, an die ein Narrativ oder die Autorenschaft eines Werks stoßen kann. Künstlerisch umgesetzt wird dies in sieben Ausstellungen, die über die Stadt verteilt sind, u.a. in der Gwanju Biennale Ausstellungshalle und dem Asia Culture Center.

Die BUSAN BIENNALE wird vom 9. Sept. bis zum 11. November 2018 ausgerichtet. Das Museum for Contemporary Art in Busan wurde erst im Juni 2918 eröffnet und schließt damit eine Lücke, denn zeutgenössische Kunst war in der Stadt bislang eher unterrepräsentiert. Für die 65tägige Biennale-Dauer ist das Museum für die Beiträge reserviert, die der Kurator Jörg Heiser und die Künstlerische Direktorin Cristina Ricupero ausgesucht haben. Heiser ist Redakteur des in London ansässigen Kunstmagazins „frieze“; er hat auch regelmäßig Beiträge für die Süddeutsche Zeitung verfasst. Fachlich ist er auf Kunstgeschichte und Philosophie spezialisiert, „insbesondere im Kontext europäischer Kunst und Literatur“. Der Titel und das Thema der diesjährigen Ausstellung „Divided We Stand“ spiegeln die Ziele der Biennale wider. Rund 60 Künstler setzen sich mit Fragen des geteilten Territoriums und der globalen Grenzkontrolle auseinander. Wegen der schweren Schäden, die Hurrican „Irma“ 2017 in der Karibik verursacht hat, muss die 13. HAVANNA BIENNALE vom Herbst 2018 auf das Frühjahr 2019 verlegt werden. Sie wird vom 12. April bis zum 12. Mai nächsten Jahres stattfinden und unter dem Motto stehen: „The Construction of the Possible“.

MESSEN

Die BERLIN ART WEEK ist die „Dachmarke” des hauptstädtischen Kunstbetriebs und bündelt an einem Herbstwochenende die Galerien und Museen zu einem gemeinsamen Programm. Vom 26. – 30. September 2018 lädt die Berliner Kunstszene bereits zum siebten Mal zu Ausstellungseröffnungen, Kunstmessen, Preisverleihungen, Künstlerfilmen und zahlreichen Sonderveranstaltungen ein. Partner der Berlin Art Week 2018 sind: art berlin, Positions Berlin Art Fair, Akademie der Künste, Berliner Festspiele/ Gropius Bau, Berliner Festspiele/Immersion, Berlinische Galerie, C/O Berlin, daadgalerie, HAU Hebbel am Ufer, Haus am Waldsee, Haus der Kulturen der Welt, KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, KW Institute for Contemporary Art, me Collectors Room, Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin/Hamburger Bahnhof, neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK), Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.), PalaisPopulaire und Schering Stiftung. Veranstaltungsort der ART BERLIN und POSITIONS BERLIN ART FAIR ist der ist der stillgelegte Flughafen Tempelhof.

160 der weltweit führenden Galerien finden sich zur FRIEZE ART FAIR LONDON im dortigen Regent’s Park ein (04. – 07.10.2018). Parallel dazu findet zum gleichen Termin auch die FRIEZE MASTERS mit Kunst aus vergangenen Epochen statt, während die Frieze Art Fair sich auf Zeitgenössisches konzentriert. Zu beiden Messen werden im Park auch Skulpturen präsentiert, der Eintritt zur Besichtigung ist frei. Die FAZU urteilte über das Programm: „Wer auf der Suche nach provokativer Kunst und innovativen Ansätzen ist, wird auf der Frieze Art Fair als Sammler, Verlag oder auch Privatkäufer fündig.“

Christina Steinbrecher-Pfand leitet die VIENNACONTEMPORARY (27. – 30.09.2018), deren Teilnehmerfeld etwa 110 Galerien umfasst, von denen die meisten aus Österreich, Deutschland und Ungarn kommen. Im vergangenen Jahr war die außereuropäische Beteiligung gering, lediglich zwei Aussteller reisten aus Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Wegen ihrer geografischen Lage und wegen der Wiener Handelstradition ist diese Messe vor allem auf Osteuropa und Südosteuropa fokussiert. Der Kojenparcours ist in die Sektoren „Established”, „Young” und „Reflections” aufgeteilt, Editione, Talks und Sonderausstellungen wie „ZONE 1” und „Explorations“ ergänzen das Programm. Austragungsort ist die Wiener Marxhalle.

Die EXPO CHICAGO (27. – 30.09.2018) ist seit 2012 die Nachfolgerveranstaltung der Art Chicago, die 1980 startete und in den 1980er und 1990er Jahren zu den fünf weltweit führenden Kunstmessen neben jenen in Basel, Köln, Paris und Madrid zählte, bis der Ausrichter 2011 in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Mit dem Neustart versuchte die EXPO Chicago von Anfang an jene Fehler zu vermeiden, die schon um 2002 unter manchen Teilnehmern der Art Chicago für Unmut gesorgt hatten, die einst mit dem Anspruch angetreten war, ein US-Pendant zur Art Basel sein zu wollen, schließlich jedoch vermehrt kunstfernes Publikum anzog, das mehr an Partystimmung als an ernsthafter Betrachtung von Bildern und Skulpturen interessiert war. Inzwischen hat die EXPO Chicago freilich bei den wichtigsten US-amerikanisachen und kanadischen Galerien einen festen Platz im Terminkalender; im vergangenen Jahr reisten auch vier Galerien aus Berlin an. 2018 wird die Messe zusammen mit der Art Design Chicago, dem Chicago Humanities Festival, Navy Pier, zudem mit der Terra Foundation for American Art und dem allerersten Hans Ulrich Obrist Marathon in den USA ausgerichtet. Anna Gritz vom Berliner KW-Institute kuratiert für die EXPO ein Videoprogramm mit Beiträgen von Künstlern, die von den Ausstellern auf der Messe vertreten werden.

Vom 19. bis zum 21. Oktober 2018 wird im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin die FRIENDS WITH BOOKS – ART BOOK FAIR BERLIN ausgerichtet. Aussteller dort sind in erster Linie Verlage, die Kunstbücher und Künstlerbücher herausgeben, aber auch Einzelkünstler mit ihren selbst verlegten Publikationen oder Herausgeber von Zeitschriften. Insgesamt nehmen etwa 160 Verlage und andere Produzenten von Kunstpublikationen teil. „Die Aussteller der Kunstbuchmesse reichen dabei von älteren Konzeptkünstlerinnen und Künstlern bis zu sehr jungen, radikalen Künstlern.“ Ein Rahmenprogramm mit Lesungen, Diskussionen, Installationen und Performances ergänzt die Angebote der Teilnehmer.

Die CI-CONTEMPORARY ISTANBUL (20. – 23.09.2018) umfasst ein Teilnehmerfeld von ca. 80 Galerien. Marktbeobachter sehen bei den türkischen Sammlern, die international agieren und oft Zweitwohnsitze außerhalb ihres Heimatlanmdes haben, eher eine Tendenz, ausländische künstlerische Positionen zu erwerben. Internationale Galerien und Sammlern sind den Messeveranstaltern schon deshalb willkommen, weil die offizielle Wirtschaftspolitik auch den Kunsthandel als Teil eines Programms begreift, die Türkei möge bis 2023, dem 100. Jahrestag ihrer modernen Staatsgründung durch Kemal Atatürk, den Anschluss an die weltweit zehn größten Wirtschaftsnationen gefunden haben. Für die lokale Istanbuler Kunstszene konstatierte die „Stuttgarter Zeitung“ im November 2017 hingegen „schwierige Zeiten“, doch trotz des sich „verengenden“ innenpolitischen Klimas entwickele sie immer noch „eigenständige Dynamiken“. Auch hier muss man wohl zwischen einer kommerziablen „Kunstmarkt-Kunst“, die ihren Weg in die Messegeschäfte findet, und jener anderen Kunst, die eher auf Biennalen etc. gezeigt wird, unterscheiden. Kunst werde „nicht unbedingt schlechter unter politisch schwierigen Bedingungen“, zitiert die Stuttgarter Zeitung den Istanbuler Stadtforscher Orhan Esen. Und der Berliner „Tagesspiegel“ bescheinigte der Istanbuler Messe im Januar 2017: „Nachdem schon mehrere türkische Biennalen abgesagt wurden, gilt die CI umso mehr als Leuchtturm der Freiheit …“ Im vergangegen Jahr kamen immerhin 80.000 Besucher.

GALERIEN

1968 eröffneten EVA UND LOTHAR C. POLL ihre Galerie mit einer Einzelausstellung des Malers, Zeichners und Graphikers Peter Sorge (1937 – 2000). Er zählte zu den kritischen Realisten, diese Kunstrichtung prägte in den Anfangsjahren auch sonst in starkem Maße das Programm der Galerie. Zum 50JÄHRIGEN BESTEHEN der Galerie wird noch einmal vom 8. September bis zum 3. November 2018 ein Überblick über das Werk von Peter Sorge geboten. Seit 2015 hat die Galerie ihren Standort in der Gipsstraße 3 in Berlin-Mitte. Sie wird heute von Nana Poll zusammen mit ihrer Mutter Eva geleitet. Außerdem ist im selben Gebäude die 1986 gegründete Kunststiftung Poll ansässig.

Vor zwölf Jahren gründeten Euridice Arratia und Elizabeth Beer in Berlin ihre GALE-RIE ARRATIA BEER. Jetzt gaben sie die Schließung bekannt. In diesem Zeitraum arbeiteten die beiden Galeristinnen u.a. mit den Künstlern Maria Anwander, Patty Chang, Omer Fast, Ed Fornieles, Fernanda Fragateiro, Holly Hendry, Jennie C. Jones, Matthew Metzger, Pablo Rasgado, Haleh Redjaian, Mary Reid Kelley & Patrick Kelley, Katerina Šedá, the Estate of Friedrich Teepe, Javier Téllez, Gabriel Acevedo Velarde und Claudia Wieser zusammen.

Das Kölner AUKTIONSHAUS VAN HAM meldete zum Abschluss der Frühjahrssaison 2018 das „beste Halbjahresergebnis in der Geschichte des Hauses“. Mit einem Gesamtumsatz von 21,5 Mill. Euro bedeutet dies einen Zuwachs von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon wurden mit zeitgenössische Kunst ca. 5,3 Mill. Euro und mit moderner Kunst ca. 6 Mill. Euro umgesetzt. Bei der zeitgenössischen Kunst erwiesen sich vor allem Werke von Karin Kneffel, Candida Höfer, Günther Uecker, Imi Knoebel, John Chamberlain, Tal R und William Nelson Copley als Zugpferde. Für Zero, Minimal Art und Pop Art ist der Markt mithin weiterhin stabil. Künstler der etablierten Avantgarde wie Günther Uecker oder der impressionistischen Moderne erzielen nach wie vor sechsstellige Ergebnisse. Erstmals seit 30 Jahren wurde auch wieder ein Ölgemälde von Paul Gauguin auf dem deutschen Auktionsmarkt angeboten; der Zuschlag erfolgte bei 803.500 Euro. Zum Vergleich: in der Abteilung „Alte Kunst“ wechselte ein Waldbach-Motiv von Gustave Courbet für 135.450 Euro den Besitzer.

Am 28. September 2018 findet zur Berliner Art Week die VERLEIHUNG DES VBKI-PREISES statt. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) gemeinsam mit dem Landesverband Berliner Galerien (lvbg) ausgelobt. Gefördert werden jungen Galerien mit mindestens drei und höchstens zehn Jahren Markterfahrung. In diesem Jahr sind die Galerien Dittrich & Schlechtriem, Daniel Marzona und Schwarz Contemporary nominiert.

FLORIAN ILLIES verlässt Anfang 2019 das Berliner KUNSTHAUS GRISEBACH als Gesellschafter und Geschäftsführer und will sich dann sich neuen Aufgaben außerhalb des Kunsthandels zuwenden. Illies wurde vor allem durch das Buch „Generation Golf“ und als Mitbegründer der Kunstzeitschrift „Monopol“ bekannt. Bei Grisebach kümmerte er sich vor allem um die Kunst des 19. Jh. Seit 2017 ist Florian Illies auch Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die ZEIT“.

Zum 31. August 2018 stellt die Berliner GALERIE GILLMEIER RECH ihren Betrieb ein. Zum Künstlerstamm gehörten Jim Thorell, Leon Eisermann, Lindsay Lawson, Lisa Holzer, Marco Bruzzone, Max Schmidtlein und Jasmin Werner. Trotz Messeteilnahmen innerhalb des vergangenen Jahres konnte die Galerie sich offensichtlich keine dauerhafte wirtschaftliche Basis schaffen.

PERSONALIEN

KLAUS BIESENBACH, derzeit noch Leiter des PS1 am MoMa New York und Curator at large an diesem Museum, wechselt auf den Direktorenposten am MOCA Los Angeles. Damit verliert das MoMA innerhalb kurzer Zeit gleich zwei renommierte Kuratoren, denn Laura Hoptman, am MoMA bislang als Kuratorin für Malerei und Skulptur zuständig, wurde Direktorin am Drawing Center in SoHo. Biesenbach, Jahrgang 1966, hatte Anfang der 1990er Jahre zusammen mit Mitstreitern in Berlin eine ehemalige Margarinefabrik angemietet und dort die „Kunst-Werke Berlin“ mit einem internationalen Ausstellungsprogramm und Gastateliers für Künstler etabliert. Unter seiner Leitung richteten die Kunst-Werke 1998 die erste Berlin-Biennale aus. Das PS1 befindet sich in einer früheren Schule im New Yorker Stadtteil Queens; es wurde 1999 an da MoMA angegliedert. Klaus Biesenbach organisiert hier seit 1996 Ausstellungen, 2010 übernahm er auch die Leitung des PS 1. In Los Angeles räumt der jetzige Leiter Philippe Verge im März 2019 seinen Posten am MOCA, das dort über drei Standorte verfügt.

DANIEL BIRNBAUM verlässt das Moderna Museet in Stockholm und wechselt dann Anfang 2019 zu Acute Art in London, einer Initiative, die 2017 als digitales Kunstlabor gegründet wurde, um technologische und künstlerische Visionen bei der Produktion von Digitalkunst zusammen zu führen. In Stockholm war er acht Jahre lang Museumsdirektor gewesen. Dem deutschen Kunstpublikum ist Birnbaum als Rektor der Frankfurter Städelschule in den Janren 2000 bis 2019 bekannt. 2018 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande als „Kenner und Freund Deutschlands und unermüdlicher Förderer der schwedischdeutschen Kulturbeziehungen.“

HERMANN NITSCH, Mitbegründer des Wiener Aktionismus, feierte seinen 80. Geburtstag. Schon 1957 entwickelte er erste Ideen zu einem Orgien-Mysterien-Theater. Trotz großer Erfolge seit den 1960er Jahren hatte er immer wieder Ärger mit Behörden und der bürgerlichen Presse – noch in den 1990er Jahren titelte der Kölner „Express“ empört: „Blutorgie in Kölner Kirche“. Als Augenzeuge jener Aktion kann der Autor dieser Zeilen jedoch bestätigen, dass es sich um eine sehr ruhige, ritualisierte und wohl kalkulierte Aktion handelte, bei der Nitsch seinen Mitakteuren erklärte, wie sie frisch ausgepressten Traubensaft und andere Flüssigkeiten auf dem Bildgrund eines seiner Schüttbilder verlaufen lassen sollten – eine aktionistische Form von Malerei, aber immer mit einem existenzialistisch-religiösen Impetus. Der Malprozess ist für ihn verdichtetes Leben, der Bzteug zur neu-testamentarischen Passion ist offensichtlich.

REGINA BARUNKE wird im Januar 2019 neue geschäftsführende Direktorin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) in Bremen und damit kuratorische Leitung des Kunstvereins. Sie folgt damit auf Janneke de Vries, die nach zehnjähriger Amtszeit als Direktorin zur Weserburg nebenan wechselt. Regina Barunke war nach ihrem Studium unter anderem für die Stiftung Kunstfonds tätig und verantwortete Aufgaben im Archiv für Künstlernachlässe. Seit 2012 ist Barunke künstlerische Leiterin, Kuratorin und Geschäftsführerin der Temporary Gallery – Zentrum für zeitgenössische Kunst e. V. in Köln.

ANJA DORN hat die Leitung des Leopold Hoesch-Museums Düren und des Papiermuseums Düren übernommen. Für das Frühjahr 2019 plant die eine Ausstellung unter dem Arbeitstitel „Industrielandschaften“. Mit ihrer Programmpolitik will Dorn neue Wege einschlagen und „etwas anbieten, was es in dieser Form in den Museen von Köln und Düsseldorf nicht gibt“.

JEAN TOCHE, 1932 in Belgien geboren, begann als Jazzmusiker und abstraktexpressionistischer Maler. 1966 nahm er teil am „Destruction in Art Symposium“ Gustav Metzgers in London und schuf später aggressive Lichtinstallationen. In NYC 1969 – 1976 schuf er mit Jon Hendricks und Poppy Johnson als „Guerilla Art Action Group“ radikal-politische Aktionskunst. Toche lehnte Kompromisse ab und verweigerte sich dem kommerziellen Kunstbetrieb. Bis er 2014 künstlerisch verstummte, übte er mit MailArt und fotogenerierten Tableaus heftige Kritik an der US-Kriegspolitik, an Religionen und Unterdrückung, an Rassismus, Misogynie und Sexismus. Am 9. Juli 2018 wurde er in seinem Haus auf Staten Island tot aufgefunden.

PREISE

Die Künstlerin Mika Rottenberg (*1976 in Buenos Aires) erhält den Kurt-Schwitters Preis 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Der mit 25.000 EURO dotierte Preis wird 2019 zum 12. Mal vergeben, die Verleihung findet voraussichtlich gegen Ende des Jahres statt, mit dem Preisgewinn ist außerdem eine Ausstellung von Mika Rottenberg im Sprengel Museum Hannover verbunden.

Das von CHRISTOPH SCHLINGENSIEF (1960 – 2010) initiierte OPERNDORF-PROJEKT 30 km nördlich von Ouagadougou (Burkina Faso) wurde mit dem KARLHEINZ BÖHM-PREIS ausgezeichnet. Den Preis nahm Schlingensiefs Witwe Aino Laberenz entgegen. Der Schauspieler Karlheinz Böhm (1928 – 2014) gründete eine Stiftung für soziales Engagement in Afrika; sie vergibt diesen Preis alle zwei Jahre; er ist nicht dotiert.

Der 1967 in Chbanieh, Libanon, geborene Künstler WALID RAAD erhält den AACHENER KUNSTPREIS 2018. Raad hat im Wesentlichen drei große Werkkomplexe geschaffen: „The Atlas Group“ (1989 – 2004), „Scratching on things I could disavow“ (2007 – heute) und „Sweet Talk: Kommissionen“ (1987 – heute), mit denen er an zahlreichen großen Ausstellungen, unter anderem der documenta 11 und 13, vertreten war. Er gilt als einer der führenden Künstler seiner Generation. Der Aachener Kunstpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und schließt eine Einzelausstellung im Ludwig Forum für Internationale Kunst mit ein.

OSCAR MUNOZ, kolumbianischer Künstler, wird am 8. Oktober 2018 in Göteborg mit dem HASSELBLAD-PREIS ausgezeichnet ( 1 Mill. schwedische Kronen = ca. 98 000 Euro). Der Preis ist nach Victor Hasselblad (1906 – 78) benannt, dem Erfinder der Hasselblad-Kameras, und er wird an Künstler vergeben, die diese Kameras nutzen. Munoz kombiniert in seinen Arbeiten Fotografie mit Zeichnung und Projektionen. NIKO ABRAMIDIS & NE, CANA BILIR MEIER und KETO LOGUA wurden für den Ars-Viva-Preis 2019 ausgewählt. Die Auszeichnung wird seit 1953 vom Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft für bildende Kunst an junge Künstler vergeben. Keta Logua arbeitet mit 3-D-Duckern, Cana Bilir-Meier mit Film und Sound und Niko Abramidis & NE entwickelt aus digitalen Skizzen Zeichnungen, Objekte und Rauminstallationen. Die Ars-Viva-Ausstellung mit Arbeiten der Preisträger eröffnet am 6. Oktober 2018 in der KAI 10 ARTHE-NA FOUNDATION in Düsseldorf, danach wandert die Schau im Sommer 2019 ins Kunstmuseum Bern. Außerdem erhalten die Gewinner eine Künstlerresidenz auf Fogo Island (Kanada) und ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro.

AUSSCHEIBUNGEN

Mit einer Preview aus den Kunstprojekten am 3. Mai 2019 von 20 bis 24 Uhr dann am 4. Mai 2019 von 19 bis 4 Uhr ist Nürnberg wieder Schauplatz der „BLAUEN NACHT“. Die „Lange Nacht der Kultur“ umfasst 12 ungewöhnliche Projekte im Zentrum der Stadt. Das Wettbewerbsthema dazu lautet „Himmel und Hölle“. Für jedes einjurierte Projekt stehen 5.000 Euro zur Verfügung, zudem stiftet die N-ENERGIE einen Publikumspreis in Höhe von ebenfalls 5.000 Euro. www.blauenacht.nuernberg.de

Die ALFRIED KRUPP VON BOHLEN UND HALBACH STIFTUNG vergibt in Kooperation mit der Fotografischen Sammlung des Folkwang Museums Essen zwei Stipendien für „Zeitgenössische deutsche Fotografie“. Das Stipendium läuft ein Jahr und ist mit 10.000 Euro dotiert. Deadline ist der 27. September 2018. www.museum-folkwang.de

Der österreichische Otto Mauer Fonds vergibt den MSGR. OTTO MAUER-PREIS für bildende Kunst (Malerei, Grafik, Skulptur, Objekte, Installationen, Neue Medien). Der Preis ist mit 11.000 Euro dotiert und wird an österreichische StaatsbürgerInnen und italienische StaatsbürgerInnen deutscher Sprache, geboren in der Provinz Bozen, sowie Personen, deren ordentlicher Wohnsitz sich seit mindestens fünf Jahren in Österreich befindet“, verliehen. Altersgrenze: 40 Jahre. Bewerbungen können zwischen dem 8. und dem 10. Oktober 2018 eingereicht werden. www.otto-mauer-fonds.at

Der Internationale KOPRODUKTIONS-FONDS DES GOETHE-INSTITUTS fördert künstlerische Koproduktionen in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Performance gefördert, „was auch hybride und interdisziplinäre Formate einschließt. Der Fonds fördert nicht nur die Produktionsentwicklung, sondern ermöglicht auch regelmäßige Treffen, die den Austausch und die Nachhaltigkeit der Projekte sichern. Bewerben können sich Künstlerinnen und Künstler sowie Ensembles und Initiativen im Ausland und in Deutschland. Aus der gemeinsamen Bewerbung muss klar hervorgehen, dass bereits gute Arbeitskontakte bestehen und ein beid seitiges Interesse an der gemeinsamen Produktion vorliegt. Die Bewerbung erfolgt durch den ausländischen Partner.“ Nächste Online Bewerbungsrunden sind vom 15.09. bis 15.10.2018 und vom 01.03. bis 15.04.2019. www.goethe.de/ikf

SHANGHAI CURATORS LAB ist ein Residenzprogramm für junge Kuratoren vom 5. November bis zum 5. Dezember 2018. „Leading Professors“ für dieses Labor sind Carolyn Christov-Bakargiev, Direktorin des Castello di Rivoli Museum of Contemporary Art, und Yongwoo Lee, Professor of SAFA an der Shanghai University. Zur Teilnahme werden 22 junge Kuratoren ausgewählt. Unterkünfte werden gestellt; für Hin- und Rückflug, Verpflegung und sonstige Kosten während des Aufenthalts sind die Teilnehmer selbst verantwortlich. www.arts.shu.edu.cn

Die INTERNATIONALEN KURZFILM-TAGE OBERHAUSEN (01. – 06.05.2019) laden zu Einreichungen von Sichtungslinks für fünf Wettbewerbe ein. Für „deutsche Produktionen“ und „Produktionen aus NRW“ von max. 45 Min. Länge, die nach dem 1. Januar 2018 entstanden sind, sind Preisgelder von 7.500 Euro / 2.250 Euro ausgelobt. Deadline: 15. Februar 2019. Für den Wettbewerb „Internationale Produktionen“ (max. 35 Min.) werden Preisgelder in Höhe von 25.500 Euro verteilt. Einreichungen dazu sind vom 1. Oktober 2018 bis zum 1. Februar 2019 möglich. Bei den Musikvideos von max. 15 Min. Abspieldauer (Preisgelder: 3.500 Euro) endet die Bewerbung am 25. Feb. 2019. Beim Kinder- und Jugendfilmwettbewerb gelten jeweils die Einreichfristen wie bei den deutschen und internationalen Produktionen. www.kurzfilmtage.de.