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Magazin: Briefe · S. 428 - 427
Magazin: Briefe , 1992

Offener Brief:

Thomas Meyer-Hermann vom Stuttgarter „Studio Film Bilder“
über die Wettbewerbsbedingungen zum Deutschen Videokunstpreis:

„Der Südwestfunk Baden-Baden und das Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe stiften gemeinsam den Deutschen Videokunstpreis. Laut ihrer Eigenwerbung wollen die beiden Institutionen damit die Entwicklung der Künstlerischen Arbeit mit Video fördern.

Jemand, der unter schwierigen ökonomischen Bedingungen versucht, diese künstlerische Arbeit zu leisten, muß nach Druchsicht der Wettbewerbsbedingungen die Frage stellen: Wer soll hier wen fördern?

Der Videokünstler, der sein Werk zum Wettbewerb einreicht, erklärt sich mit seiner Unterschrift einverstanden, dem SWF die Ausstrahlungsrechte an seinem Video unentgeltlich zu übertragen. Der Sender Südwest 3 wird in seinem Programm 50 dieser Arbeiten ausstrahlen. Geht man von einer sonst üblichen Lizenzgebühr von (mindestens) 500 DM pro Minute aus, und von einer durchschnittlichen Laufzeit jedes Beitrags von 5 Minuten, so kommt man auf einen Betrag von (mindestens) 125.000 DM, den der Sender bei diesem Arrangement einspart.

Natürlich steht es jedem Künstler frei, die öffentlich-rechtliche Anstalt SWF derart großzügig zu sponsern. Aus unserer Sicht wird der Wert dieses Deutschen Videokunstpreises durch die Begrenzung des Teilnehmerfeldes auf besonders spendierfreudige Künstler doch sehr stark herabgesetzt.“

Thomas Meyer-Hermann, Ostendstr. 106, 7000 Stuttgart 1.


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