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Magazin: Galerien & Auktionshäuser · von Gabi Czöppan · S. 427 - 427
Magazin: Galerien & Auktionshäuser , 1992

Gabi Czöppan
»Allen Malern herzlichen Dank«

Ein streitbarer Stratege: Galerist Heinz Herzer
100 Ausstellungen Galerie Heinz Herzer, München

Das Jubiläum fiel angenehm unspektakulär aus: Nach 15 Jahren kontinuierlicher Ausstellungstätigkeit hatte Galerist Heinz Herzer an einem ganz normalen langen Münchner Kunst-Donnerstag im Dezember 1991 schlicht zur „100. Ausstellung“ gebeten. Keine Blumen, keine Reden, an den Wänden nur die neuen verflochtenen Zeichnungen von Hans Baschang, der, seit 1975 Professor an der ortsansässigen Akademie, erstmals 1980/81 Werke in Heinz Herzers Galerie präsentieren konnte. Gefeiert wurde später ganz im stillen, mit Künstlern, Sammlern und Freunden bei einem Abendessen – auch dies normaler Ablauf einer Vernissage -, diesmal freilich in den sachlichen neondurchfluteten Galerieräumen nahe dem Amtssitz der Oberbayerischen Regierung an der Maximilianstraße.

Die Feier entsprach ganz dem Mann, dem sie zu verdanken ist: Kontinuität, Seriosität und Zeitlosigkeit sind nicht nur die Eckpfeiler des Herzerschen Programms. Sie charakterisieren auch die Person Heinz Herzer, der, wenn es um die Belange seiner Künstler, um Ateliers, Stipendien und Museumsausstellungen oder um die marode Kulturpolitik der Stadt München geht, durchaus ein streitbarer Stratege ist und sich niemals gescheut hat, Partei zu ergreifen. So moniert Herzer seit Jahren schon das größte Manko Münchens: das Fehlen einer Kunsthalle. In der von ihm und den Galeristen Walter Storms, Rupert Walser, Naila Kunigk/Walter Mollier (Tanit) 1980 gegründeten und 1988 eingestellten Zeitung „Neue Kunst in München“, später auch in anderen Medien veröffentlicht, machte er nie einen Hehl aus seinen Forderungen. „Eine Kunsthalle bringt so etwas wie einen Parameter an einen Ort, und dieser fehlt hier. Das ist…



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