Biennalen: Printemps de Septembre Toulouse · von Fabian Stech · S. 402
Biennalen: Printemps de Septembre Toulouse , 2001

FABIAN STECH

Printemps de Septembre

Ecole des Beaux Arts, Les Jacobins, Espace Ecureuil,
Fondation Bemberg, 28.9. – 14.10.2001

Nach zehn Jahren im beschaulichen Cahors sollte der „Frühling von Cahors“ nach Toulouse umziehen. Das neben Arles zweitgrößte Foto- und Videofestival in Frankreich hatte von Anfang an auf zeitgenössische, plastische Fotografie gesetzt. Nun wollte man aus der Intimität einer Kleinstadt heraus in die lebendige Urbanität der „Ville rose“. Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig gewählt. Am 21 September, 7 Tage vor der Eröffnung, war am rechten Ufer der Garonne das Ammoniumnitratlager, der zum Konzern TotalFinaElf gehörenden Chemiefabrik AZF in die Luft geflogen. 29 Menschen waren ums Leben gekommen und rund 11000 Wohnungen zu mindestens teilweise zerstört worden. In Frankreich war es das größte Industrieunglück der Nachkriegszeit. Aufgrund der vielfältigen Verantwortlichkeiten kam es immer wieder zu Spekulationen über die Ursache der Explosion. Trotzdem entschied sich der Bürgermeister Philippe Douste-Blazy und die Präsidentin des Festivals Marie-Thérèse Perrin dafür den größten Teil der Veranstaltungen aufrechtzuerhalten. Bei dieser Entscheidung habe, stellte sie freimütig fest, nicht zuletzt die Finanzierung durch Sponsoren in Höhe von 50 % eine Rolle gespielt. Zwei der acht Orte an denen das Festival stattfinden sollte, alle am rechten Ufer der Garonne gelegen, mussten wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Mit Blick auf die Katastrophe annullierte man das Spektakel mit dem Titel: „Die schlaflosen Nächte“, ein Feuerwerk mit Technokonzerten unter freiem Himmel, das die Ausstellungen begleiten sollte. Aufrechterhalten wurde die Illumination von Laurent Fachard, der einen Teil der Stadt in ein befremdliches Licht tauchte und so eine gelungene Verbindung…

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