Produktion. Made in Germany Drei
Kestner Gesellschaft, Kunstverein Hannover, Sprengel Museum 03.06. – 03.09.2017
von Michael Stoeber
Unter dem Titel „Produktion. Made in Germany Drei“ zeigen Hannovers führende Kunstinstitute, das Sprengel Museum, der Kunstverein und die Kestner Gesellschaft, nun schon zum dritten Mal, zeitlich parallel zur documenta und räumlich nah bei ihr, internationale Kunst aus Deutschland. Natürlich ist bis heute die Intention dabei, das, nach Kassel und dieses Mal auch zu der nur alle zehn Jahre stattfindenden Schau der „Skulptur Projekte“ nach Münster fahrende, Publikum zu einem Abstecher nach Hannover zu animieren. Das hat schon die beiden vorangegangenen Male ganz gut geklappt. Trotz oder vielleicht auch – in einem Akt negativer Dialektik – wegen des umstrittenen, aus dem 19ten Jahrhundert stammenden Haupttitels der Ausstellung. Das Label „Made in Germany“ wurde seinerzeit von den Engländern erfunden, um die eigenen Industrieprodukte von den damals minderwertigen deutschen Erzeugnissen abzugrenzen. Lang ist’s her! Gerade aber diese aus der Ökonomie herrührende Assoziation führte auch bei der diesjährigen Pressekonferenz bei manchem Kritiker zu nicht ganz unberechtigter Irritation. Was das denn solle? Man lebe doch längst in einer Informations- und nicht mehr in einer Produktionsgesellschaft. Daher führe man ja auch den digitalen Barcode von Anfang an neben dem Titel als Emblem mit sich, kam prompt die Antwort von dem mit fünf Kuratorinnen und einem Kurator besetzten Podium, die für die Ausrichtung der Großveranstaltung verantwortlich zeichnen. Doch auch mit dem thematischen Bezugsrahmen, den die Macher – in diesem Jahr zum ersten Mal – ihrer Ausstellung verpasst haben, bleiben…
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