Gespräche mit Künstlern , 2000

LAWRENCE WEINER:

»Prüfen ist gefährlich«

EIN GESPRÄCH VON CHRISTINE BREYHAN

Die sprachliche Form sei das beste Medium, um den Inhalt seiner Arbeiten zu repräsentieren, sagt Lawrence Weiner; Sprache, die auf Präzision und Klarheit angelegt ist, die nicht narrativ ist, sondern die Beziehungen zwischen Menschen und Objekten wiedergibt.

Das Interview mit Lawrence Weiner fand am 30. September im Neuen Museum Weserburg Bremen statt. Weiner kam zur Eröffnung seiner Ausstellung TATSÄCHLICH nach Bremen. In Bremerhaven hatte der Künstler schon vor Jahren ausgestellt. 1973 wurden seine Spracharbeiten im Kabinett für aktuelle Kunst gezeigt, vom allerdings Publikum kaum wahrgenommen. Diesmal hat es Gelegenheit, außer der permanent präsentierten Arbeit auf der Außenwand des Museums, Werke des Künstlers auf drei Etagen und Künstlerbücher aus dem Archive for Small Press & Communication des Museums zu sehen.

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Christine Breyhan: Lawrence Weiner, das Material Ihrer Arbeiten ist Sprache. Sie bezeichnen Ihre Spracharbeiten als Skulpturen. Auch Malerei betrachten Sie als etwas Skulpturales. Welche Rolle spielen die Oberflächen, die verschiedenen Träger und die verschiedenen Kontexte bei Ihren Produktionen?

Lawrence Weiner: Es ist überhaupt nicht wahr, dass das Material meiner Arbeit Sprache ist. Das Material meiner Arbeit ist Sprache plus alle anderen Elemente der technischen Seite, wie z. B. Zeit, Stahl oder Stein. Sprache ist wie ein Bild auf Leinwand, wirklich Öl auf Leinwand im übertragenen Sinne. Aber es ist nicht nur Leinwand, sondern es ist auch der Inhalt des Bildes. Ebenso ist der Inhalt der Skulptur keineswegs Sprache. Mit dem Wort Skulptur für meine Arbeiten bin ich einverstanden, nur dass es kein gebräuchlicher Ausdruck für…

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von Christine Breyhan

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