Gespräche mit Künstlern , 2000

JOSEPH MARIONI:

»Painters are fundamentally image makers«

EIN GESPRÄCH VON SABINE MÜLLER ANLÄSSLICH DER AUSSTELLUNG »TRIPTYCH« (11.6. – 10.10.1999) IM KÖLNER DIÖZESANMUSEUM

Joseph Marioni beschäftigt sich seit dem Ende der 60er Jahre mit dem Wesen der Malerei. Er beruft sich dabei auf drei strukturelle Wurzeln: den amerikanischen Abstrakten Expressionismus, die europäische Konkrete Kunst und die Malerei der Frührenaissance. Zusammen mit dem Kölner Maler Günter Umberg formulierte er 1986 in dem wegweisenden Text „Outside the Cartouche“ grundlegende Thesen zur Erneuerung der Malerei. In Umbergs „Raum für Malerei“ wurde 1982 „Painting No 1-82“ zum ersten Mal gezeigt, dasselbe Bild, das 1995 im Diözesanmuseum in einer Gegenüberstellung mit einer spätgotischen, skulpturalen Darstellung des „Ecce Homo“ in einer Form präsentiert wurde, die Marioni wichtige Anregungen zum Triptychon, dem Hauptwerk der Ausstellung im Diözesanmuseum1, geliefert hat.

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Sabine Müller: Obwohl nur fünf Bilder gezeigt werden, hat die Ausstellung sehr stark den Charakter einer Retrospektive. Könnten Sie die Kriterien Ihrer Auswahl genauer benennen, angefangen bei dem ältesten Werk, das 1974 entstanden ist?

Joseph Marioni: Die Auswahl erfolgte zusammen mit dem Museum. Jedes Gemälde markiert einen Punkt in der Entwicklung meiner Arbeit über die letzten 25 Jahre. Das Bild von 1974 wurde wegen seiner Beziehung zum Triptychon mitaufgenommen. Man kann hier die Entwicklung aus der traditionellen Figur/Grund-Problematik der Komposition von 1974 zur Image/Field-Struktur des Triptychon nachvollziehen. Außerdem sieht man den Übergang im Bild von opak zu transparent – wie es sich öffnet und lichter wird.

Sie haben 1968 damit begonnen, die Farbe eigenständig über die Leinwand laufen zu lassen?

Ich begann während meiner Zeit auf…

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von Sabine Elsa Müller

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