Ausstellungen: Chicago/San Francisco/Washington · von Doris von Drathen · S. 340
Ausstellungen: Chicago/San Francisco/Washington , 1992

Doris von Drathen

Sigmar Polke

San Francisco Museum of Modern Art, 15.11.1990 – 13.1.1991

Hirshhorn Museum and Sculpture Garden

Smithsonian Institution, Washington, D.C., 12.2. – 7.5.1991

Museum of Contemporary Art, Chicago, 20.7. – 8.9.1991

The Brooklyn Museum, New York, 11.10. – 6.1.1992

Eine ältere Dame mit der in New York gerade aktuellen Renaissance-Kappe, kobaltblau, erklärt ihren Freunden die Bilder von Polke. „Do you imagine“, sagt sie vor den hellblauen und gelben Plastikwannen, „Germans at that period didn’t have any plastic.“

Dann wendet sie sich den zentral gehängten Dingen zu, die Deutschland in den Jahren vor und nach den Plastikwannen hatte. Die fünf Hochsitze (1984, 1984/85, 1985, 1987/88) tauchen immer wieder als Blickfang auf. In der Achse der aufgefädelten Ausstellungsräume des Brooklyn-Museums läßt dann das 450 mal 250 Zentimeter große Lagerbild auf Wolldecke mit Brandspuren die Besucher erstarren. Der Katalog erklärt die verschiedenen Horrorstufen der Wachtürme und weist darauf hin, daß es die dritte Form, die Hochsitze für die Jäger in freier Flur, noch heute in deutschen Landen gibt. In seinem Text interpretiert John Caldwell diese Bilderserie aus der Sicht der Opfer. Für deutsche Zuschauer mag das weniger eindeutig sein. Daß Polke nach seinen Landsleuten fragt, die vor und nach der Erfindung der Plastikwannen oben in den Wachtürmen saßen, umgeht Caldwell elegant. Als er vor drei Jahren eine Fünfer-Serie von sogeannten alchimistischen Bildern („The Spirits that Lend Strength Are Invisible I-IV, 1988) nach Pittsburgh in die Carnegie International geholt hatte, sagte er in einem Gespräch: „Die Stärke der deutschen Kunst erklärt sich am besten mit einem Vergleich: Wenn man…

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